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3 (1917) Werke der Volkskunst : mit besonderer Berücksichtigung Österreichs. 3.
Entstehung
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Fig. 18. Hirte aus einer Weihnachtskrippevon Josef Partsch im Museum in Troppau.

wickelte, machten es, daß er es in der Fertigkeitdes Holzschnitzens aus sich selbst, ohne jedenLehrmeister, verhältnismäßig sehr weit brachte.Sein Vater hätte den Knaben gern zu demjenerzeit vielgenannten Bildhauer Kutzer inObergrund in die Lehre gegeben. Allein bei denmißlichen Vermögensverhältnissen der Familiewar es ihm unmöglich, ein Lehrgeld von 300 fl.zu entrichten. Josef Partsch blieb also nachder Volksschule zuhause und widmete sich ganzder Holzschnitzerei. Nach Verlangen verfertigteer Verzierungen für Möbeltischler und war auchzu diesem Zwecke eine Zeit lang bei einervornehmen Familie in Teschen. Ebenso verfertigte er Verzierungen und Engelsfiguren fürOrgelbauer. So kam es, daß seine Kunst-produkte weit im Lande bekannt wurden. Vonihm stehen z. B. Figuren St. Peter und Paul beimHochaltar in der Olmützer St. Mauritiuskirche,desgleichen zwei Figuren in Ottmachau u. v.a. m.

Seine Spezialleistung sind aber die Krippen-figuren, die er nach seiner Auffassung in mannigfachster Weise in ungezählten Stücken anfertigte.Nebenbei staffierte er Grabkreuze und fertigte mitvieler Mühe und größter Genauigkeit Grabinschriften und Schilder an. Nicht seltenkam es vor, daß er für einen Bildstock den Heiligen auf Holz oder Blech in Ölfarbenseiner Zeit entsprechend gut malte. Manch solcher Bildstock erinnert heute noch anseinen längst dahingegangenen Verfertiger. So verfloß dem Bedürfnislosen unter Mühen und vielenKrankheiten ein langes und entbehrungsvolles Leben, bis ihn der Tod im September 1886 im Alter von75 Jahren vom Schauplatze seiner Tätigkeit abrief.

Der außerordentliche Fleiß, die meisterhafteSicherheit des Schnitzmessers und die liebevolle Hingabe machten aus den kleinen schlichten Krippen-figuren eines Autodidakten wirkliche Kunstwerkevon hohem poetischen Reiz. Außerdem sind sie alswertvolle Dokumente der vererbten Geschicklichkeitim Holzschnitzen anzusehen, die unser deutschesVolk im schlesischen Gebirge von jeher auszeichnet.Im allgemeinen läßt sich annehmen, daß Partsch seine Figuren Vorbildern ent-nommen hat; so scheint es als sicher anzunehmen, daß er Tiroler Krippen kannte.*)

Fig. 19. Figur aus einer Weihnachts-krippe von Josef Partsch. Museum fürösterr. Volkskunde in Wien.

*) Den Bozener Figuren von Moser in der Krippensammlung des Bayerischen Nationalmuseumszu München stehen sie inha'tlich und stilistisch am nächsten.( Man vergleiche das Werk von GeorgHager ,, Die Weihnachtskrippen", München 1902, welches in reich illustrierter Darstellung diese einzig-artige Sammlung von Weihnachtskrippen schildert.)