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3 (1917) Werke der Volkskunst : mit besonderer Berücksichtigung Österreichs. 3.
Entstehung
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Die gemütvolle naive Hingabe an die heilige Handlung, die rührende Schön-heit der Empfindung, die uns solche altehrwürdige Werke deutscher Volksdichtungso überaus wert und lieb machen, sprechen wohl unmittelbar zu dem Gefühledes Lesers. Aber es erwächst auch aus diesen künstlerisch und volkstümlichgleich bedeutsamen Werken die Forderung, daß man, ehe es zu spät wird, allenoch erreichbaren Texte ähnlicher alter Volksspiele in sämtlichen Gegenden unseresLandes sammelt. Eine schöne Aufgabe für die schlesischen Germanisten.*)

Die Weihnachtskrippen waren von verschiedener Art, nämlich einfacher undsorgfältiger ausgeführt. Die einfachsten waren ausgeschnittene und bemalte Staffage-figuren, wie sie die Bilderbogenerzeuger lieferten. Man klebte die Bogen aufPappendeckel, konturierte sie und steckte sie dann mittels eines auf der Rück-seite angeklebten zugespitzten Stäbchens in den aus geleimtem Pappendeckel( als Felsen), Sand und Moos hergestellten Boden. Derartige Staffagebilder besitztz. B. das Kaiser Franz Josef- Museum zu Troppau in einer Folge von 9 Litho-graphien aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, von denen Fig. 15 und 16zwei Gruppen veranschaulichen.

Eines der Blätter

ist signiert Jakel",aber weder die k. gra-phische Sammlung inMünchen, noch dieAlbertina in Wienkennen die Folge. DerName des Künstlersist in keinem mir erreichbaren Künstler-lexikon nachweisbar.Um Wiener Blätterscheint es sich nichtzu handeln, da das

,, A.

Wasserzeichen

Heller" nach

freundlicher Mittei

Fig. 16. Staffa gefiguren zu einer Weihnachtskrippe.Lithographien von Jakel.

lung von Dr. A.Schwarz, dem Be-sitzer des Wiener Kunstantiquariats Gilhofer& Ranschburg, auf Wiener Blätternnicht vorkommt. Solche konturierte Krippenfiguren sind für die erste Hälfte des19. Jahrhunderts in Wagstadt und Freudenthal verbürgt. Die Krippe, die all-jährlich zu Weihnachten in der Troppauer Pfarrkirche zu Mariä Himmelfahrtzur Aufstellung kommt, ist ein modernes Grödener Werk.

Sodann gibt es noch zirka 20 cm hohe vollrund modellierte und bemalteFiguren aus Pappmasse, die gleichfalls aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundertsherrühren.

*) Vgl. E. W. Braun a. a. O.