XVIII
Proviant und Kleidung
Aufenthalt in Westgrönland ungefähr so lange währen sollte. Wirhatten da die verschiedensten Fleischsorten mit, teilweise warm,teilweise kalt zu essen, ferner allerlei grüne Gemüse, ver-schiedene Arten von Kompott und Tee in Tablettform.Um unsere Mahlzeiten möglichst abwechslungsreich und nahr-haft zu gestalten, hatte ich mir reichlich Schokolade inForm der sogenannten„ Pischingertorten“, einer Wiener Spezia-lität, mitgenommen. In Kopenhagen wurden diese Lebens-mittel noch durch die sogenannten Albertcakes als Ersatz fürBrot und durch Butter ergänzt. Diese Butter, die sich durcheine geringe Beimengung von Salz und die praktische Art ihrerVerpackung in Metalldosen Monate lang hält, wird stets vonden von Kopenhagen ausgehenden Grönland- Expeditionenmitgeführt. Bekanntlich hat man ja in den nordischen Regi-onen ein großes Fettbedürfnis, wie es von sämtlichen Polar-forschern bestätigt wird. Getränke brauchte man glücklicher-weise nicht mitzuführen, da in Grönland überall gutes Quell-wasser vorzufinden ist. Auf Alkoholika verzichtete ich gerne,da ich mich auf wiederholten Gebirgspartien in Gesellschaftder verschiedensten Leute überzeugt hatte, daß man stets beivollkommener Abstinenz Strapazen gegenüber am widerstands-fähigsten ist; auch Nansen äußert dieselbe Ansicht in seinenSchriften.
Als Kleidung wählte ich, mit Zustimmung Mylius Erich-sens, ungefähr dieselbe Ausrüstung wie bei winterlichen Ski-touren. Das Prinzip dabei ist: Möglichst leicht und dochwarm, damit die freie Beweglichkeit des Menschen nicht be-einträchtigt werde, daher kurze Hosen und kurze Röcke, aucheinen kurzen Jagdpelz. Für Regenwetter nahmen wir soge-nannte Oilskin- Anzüge, das sind Kleidungsstücke, die ausöldurchtränkter Segelleinwand mit ebensolcher Kopfbedeckungbestehen, ein Kostüm, das unter Fischern und Matrosen sehrverbreitet ist. Teilweise benutzten wir auch ein für uns inGrönland eigens angefertigtes Eskimokostüm Glossar ::: zum Glossareintrag Eskimokostüm.
Unsere Reise sollte von Kopenhagen aus am 20. Maibeginnen, weshalb wir dort wegen einiger noch zu erledigenderBesorgungen bereits am 10. Mai eintrafen. Vor allem ging esan die Beschaffung der Gewehre. Es wurden auf AnratenMylius Erichsens sogenannte Büchsflinten, d. h. Gewehre mit