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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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wir bei vielen europäischen Völkern ¹.

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In diesem Zusammenhang seienjene Gebildbrote hervorgehoben, auf denen Schlangen zwischen Getreide-mandeln oder mit Aehren im Maul dargestellt und dadurch als Hüterinnendes Erntesegens gekennzeichnet sind.( S. 45. 46). Schon in der Antike gelten diesewegen ihrer Häutung für unsterblich gehaltenen Tiere, die nach weitver-breitetem Glauben aus dem Rückenmark der Menschen entstehen, alsWächterinnen von allem, was die Erde birgt und hervorbringt( Ernte, Metalle,Quellen, Gräber), eine Vorstellung, die durch zahlreiche Bildwerke bekundetwird 2. Nach Schmidt stellt man sich heute noch auf Kephalonia( Samos)den Schutzgeist der Tenne als Schlange vor und hält es für ein sehrglückliches Zeichen, wenn eine solche zufällig an den hier aufgespeichertenGetreidehaufen vorüberkriecht.

§ 75. 9. Umzüge.( Bezüglich der Bräuche vgl.§ 53). Die Herkunft derKoledaumzüge von den antiken Kalendenumzügen wird heute von niemandemmehr bestritten. Da sich das Kalendentreiben in der Oeffentlichkeit abspielteund in die Augen fallen mußte, wird es von heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnischen und christlichenSchriftstellern öfters erwähnt. Abgesehen vom Kalendenbettel, der inden Heischegängen der W.- Zeit fortlebt, hören wir von ausgelassenem Masken-treiben, Tänzen, von Verkleidungen der Männer in Frauen und umgekehrt,von Tiervermummungen und vom Saturnalienkönig 5.

Welche Formen diese Umzüge bei den Serbokroaten angenommenhaben, haben wir oben(§ 53) gesehen. Die slawisch- heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnische Beimischungscheint gering zu sein, bloß die Umzüge im Wolfs- oder Bärenfell und dasGetreidewerfen der Heischegänger( das den Bräuchen der Bukoliasten ent-spricht) machen einen primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Eindruck. Daß die Koleda- Umzüge alsetwas Neues und Fremdartiges empfunden wurden, bezeugt uns auch ihr Name,der zu lat. calendae gehört; letzteres ergab im abg. kolęda in der Bedeutung,, Neujahrstag"; eine spätere Entlehnung ist kalanьdy, pl., ksl. kaland, kalendy.

Das Wort findet sich mit einer großen Menge von Ableitungen inallen slawischen Sprachen, im Rumänischen, Albanischen, Griechischen usw.und zwar in den verschiedensten Bedeutungen, wie:

a) Weihnachten: r. koljadá, bulg. kóleda, kolada, sl. koléde, pl.!.b) Umzug: r. koljadá, skr. koleda( auch die K.- Sänger), mazed. kol( e) de,kulinde, sl. koléda, kolednèke č. koleda( bei Alsso calendisatio).

c) beim Umzug gesungenes Lied: r. koljadá, skr. koledo sl. kolednica.d) beim Umzug erhaltenes Geschenk: r. koljadá, skr. koledo Neu-

jahrsgeschenk", č. koleda, poln. kolęda Neujahrsgeschenk".

e) beim Umzug getragener Stock: bulg. koledarka, mazed. kulidačka.f) das W.- Schwein; r. koljadá, skr. koledarka( S. 37).

g) der W.- Kuchen: skr. kolada, koladek( S. 53), mazed. koledo( S. 45).h) das W.- Feuer: skr. koleda 9.

i) der Weihnachtsblock: bulg. koládnik.

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Höfler, 1. c. 60 ff.: altnord. jolagalt Julschwein", schwed. julkuseJulkalb", schwed. gumsebröd, Hammelbrot", Tiroler Lamplbrot; L. Weiser,Jul, 11; Sart. SB. III 30. 65; Hanuš, Kal. 54; Marinov, wo zahlreiche Abb.2 Bötticher, Tektonik, II 389; Pauly- Wissowa, R. Enc. s. v. Genius.3 Volksleben der Neugriechen, 187.- Bilfinger, 49.- 5 Einzelheiten beiBilfinger, 67 ff.- nach Berneker, EW. s. v. kolęda. Šejn, Bělor, p. 55:In vielen Liedern tritt Koljada personifiziert auf. 8 Letztere nach Valvasor,II. Bd. 472 umherziehende Sänger, welche den Ertrag der Sammlung zurHerstellung riesiger Kerzen verwendeten. Vgl. auch Arch. f. sl. Ph. XIII 153,XVII 630. ZbNŽ XXII 40: Poljica; koledina Johannisfeuer" in Mali Lošin( Lussin Piccolo) und auf der Insel Pašman bei Zara; koledišće Tanzplatz".