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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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Der Badnjakträger, der Stroheinbringer, der Glücksbringer und der W.- Ochssollen mit dem rechten Fuß über die Schwelle treten. Vielfach ziehen siedem Polaženik den rechten Opanken aus und schütten Asche hinein, damitdie Hühner viele Eier legen(§ 39), oder hängen den rechten Riemen an denHausbalken, damit der Flachs so hoch wächst. Man führt den rechtenZugochsen in den Herdraum und steckt ihm einen Kuchen auf das rechteHorn( S. 81). In der Ls. Om olj reicht der Hausvater auch den jüngstenFamilienmitgliedern etwas Schnaps und zwar der Gesundheit halber mit derrechten Hand". In der Ls. Levač wird die rechte Hälfte des gebrochenenKuchens erhoben.- Bei den serbischen Grenzern in Korjenica rührt zuerstder Hausvater mit der rechten Hand das Mehl für die Neujahrskuchen um, dannmacht die Hausmutter den Teig an. Am Neujahrsmorgen schmückt die Wirtinin der Ls. O m olj mit einem Sträußchen Basilienkraut die Kappen der Männeran der rechten Seite, ebenso ihr eigenes Haar und das der Kinder über demrechten Ohr( S. 84). Allgemein wird in der Zukunftsbefragung das rechteSchulterblatt des Bratentieres verwendet, das auch beim Zerteilen zuerst ab-geschnitten wird.

Der Glaube an die glückbringende rechte Seite gibt sich besondersin den serbischen Georgsbräuchen kund: am Vorabend sät der Hirt, rechtsvon der Hürdentür beginnend, verschiedenes Getreide zur Abwehr der Milch-hexen aus einer Tasche, die ihm von der rechten Schulter hängt. Am Morgensteckt er dem Leithammel eine brennende Kerze auf das rechte Horn undschmückt seine Mütze an der rechten Seite mit Grün.[ SEZb 19, 50 ff.: Omolj].Beim Flechten der Kränze sitzt die Jugend am rechten Ufer eines fließendenGewässers[ ib. 53]; bei der Heimkehr tragen die Mädchen Kränze auf demrechten Arm[ ib. 55]; beim ersten Melken an diesem Tage wird zuerst dierechte Zitze des Milchtiers gezogen, das hiebei beim rechten Ohr gehaltenwird[ ib. 41. 56]; das Mädchen, das die erste Milch, heimbringt, küßt dierechte Hand der Hausmutter, welche den Kuß auf die rechte Wange er-wiedert[ ib. 57]. Abends nimmt der Hirt dem Leithammel den Kranz ab undwirft ihn mit der rechten Hand auf die Ostseite des Hauses[ ib. 58].- DieMutter stillt ihr Neugeborenes zuerst mit der rechten Brust[ ib. 94], dasselbetut die Weiß- und die Kleinrussin, denn die linke Brust hätte bei diesenböse Augen( bösen Blick) zur Folge.[ Bystroń, Familienbräuche, 135].Das heilige Roß des Swantowit in Arcona ließ man vor Beginn eines Kriegesoder einer wichtigen Schiffahrt über Speere steigen. Stieg es mit dem rechtenFuß darüber, so galt das als gutes Zeichen für den Ausgang.[ Schwenck, 139].Weitverbreitet ist der Glaube, daß man mit dem rechten Fuß aus dem Betsteigen und mit demselben Fuß eine Reise antreten soll[ Sart. SB. II 25 49]Eine Parallele bietet uns Mörikes Stuttgarter Hutzelmännlein, wo, der EintrittSeppes in das Haus der Witwe nicht mit dem rechten Fuß geschah". BeimSäen wirft der deutsche Bauer vielfach die ersten drei Würfe über die rechteSchulter gegen Osten[ Sart. SB. II 65]. Vgl. Martin von Bracaras Verbot:pedem observare(§ 58).

§ 49. Abwehrzauber. In den bisherigen Darlegungen wurde wiederholtdarauf hingewiesen, daß neben der positiven Seite der Bräuche, nämlich derFörderung von Gesundheit und Fruchtbarkeit, die negative stark hervortritt,die Abwehr feindlicher Mächte. Das gilt vom Feuer mit den darin verbranntenZweigen und Bäumen, vom Grünschmuck, vom ersten und vom geweihtenWasser, vom Stroh, von der Kerze, den Speisen und Getränken usw. BesondereAbwehrkraft verleihen Knoblauch, Salz, Teer, Eisengeräte, Räucherungen,Schießen und Lärmen, sowie der magische Kreis. Da viele Prozeduren nichtbloß das Böse und Unreine abwehren, sondern auch belebte und unbelebteObjekte davon reinigen, gewinnen sie oft den Charakter der Lustration( Hindurchgehen zwischen Feuern und Lichtern, Waschungen mit Weihwasser,