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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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Gebildbrote.

§ 32. Allgemeines: Alle Phasen des Festes sind von speziellenGebildbroten begleitet, das haben wir zum Teil oben beim Fällen, Ein-bringen und Verbrennen des Badnjaks gesehen. Die Brote, die auf denW.- Tisch kommen, sind nach Art und Zahl in den einzelnen Land-schaften sehr verschieden. Die wichtigste Rolle spielen jene Festkuchen,die vom Hausvater unter feierlichen Zeremonien gebrochen werden und vondenen jedes Familienglied essen muß. Ein solcher Kuchen wird meist schonam W.- Abend gebrochen; er heißt deshalb badnjak( Syrmien; um Nisch),b'dnjak( Skopska C. Gora), b'dnik( Nerezi bei Skoplje), badnjača oder badnjica( Slawonien; um Otok), doch auch božićnjica( um Jajce), poskur( Ls. Omolj),veliki kolač( Kosovo), zdravlje( Lovra bei Budapest), vielfach trägt er keinenbesonderen Namen.

Allgemein wird beim Mittagessen des Christtages der Glückskuchen,česnica, gebrochen, nur ausnahmsweise am Vorabend ¹.Das Wasser zudessen Teig wird vor Sonnenaufgang unter besonderen Zeremonien geholt;überall steckt man eine Münze, oft noch andere Symbole in den Teig. Erwird in der Asche gebacken. Wer bei der Verteilung dieses Kuchens dasGeldstück erhält, wird im nächsten Jahr am meisten Glück haben.

Außer diesen zwei Festkuchen hat man in vielen Gegenden nocheinen, den man als Schaubrot bezeichnen kann. Er liegt die ganze Festzeitüber, oft bis zum Neujahrs- oder gar Dreikönigstag, auf dem Weihnachtstischund heißt: krst ,, Kreuz"( Crnogorsko Primorje); krstač( um Bar); božić( Karlovac); božićnjak( Boka; Dorf Plaški; Na Mašvini; Stupnik bei Zagreb);božićnji kolač( Maglaj); létnica( Samobor); ljetnica( Slawonien, hier auchljetnjača; Ls. Prigorje); litnica( Poljica in Dalm.); novoljetnica( Žumberak);ljetnjak( Syrmien); vasilica( Serb. Militärgrenzer); veselica( Korjenica); kolada,koladek( Lobor).

Außer diesen Festkuchen begegnen uns eine große Zahl von figürlichenGebäcken, welche Haustiere, landwirtschaftliche Geräte, Haus, Garten, Ställe,Hürden, Bienenkörbe, Tenne, Garben, Feld usw. darstellen sollen. Besondersinteressant sind auch die ringförmigen Kuchen, die vielfach dem Ochsenauts Horn gesteckt werden. Vereinzelt wird er dem Polaženik aufgesetzt,wohl auch zu magischen Zwecken verwendet( Salzdurchschütten). DerFruchtbarkeitsgedanke, der das ganze Fest durchdringt, äußert sich in allendiesen Gebildbroten in hervorragendem Maße, besonders in den serbischenHerzländern, während der Süden( Mazedonien), Nordwesten und die Küsten-striche schon vieles aufgegeben haben.

§ 33. Einzelheiten zur Česnica. In der Ls. Omolj wird das Wasserfür die Česnica, welche Gott gewidmet ist, früh zeitlich geholt und in einemirdenen Topf erwärmt. Die Hausmutter macht den Teig an( Weizenmehl,Sauerteig), bloß im Falle ihrer Unreinheit( Menstruation, vorhergehendeGeburt oder Geschlechtsverkehr) wird sie von einer Tochter oder Verwandten

vertreten.

Die Česnica enthält außer der Münze folgende Symbole: ein Maiskorn,ein Leinsamenkorn, einen Splitter vom Ochsenjoch, eine Schweinsborste,ein Stücklein Eierschale, eine Walnuß, eine Haselnuß und eine Eichel.

Tanović 87( Gjevgjelija); Pavlović 103( Maleš); Begović, S. Gran. 86;SEZb 16, 145( Lužnicatal): ein Kravaj mit Münze). 2 SEZb 19, 76.