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Der Weihnachtsigel.
§ 29. Aus Samobor wird der Brauch berichtet ježa naperiti ,, den Igelmit Stacheln versehen": eine mittelgroße, schöne Rübe wird mit Goldpapierüberzogen, die Füße werden durch Nüsse angedeutet; in die Rübe stecktman Kiefernadeln, deren äußerste Spitze man mit vergoldeten Kiefersamenschmückt. Es soll ein schöner Anblick sein, wenn die goldenen Stachelnzittern ¹.
In Slawonien bezeichnet man mit jež das Körbchen, aus dem man amWeihnachtsabend den Kindern Dörrobst und Nüsse zuteilt 2.
§30.
Essen und Trinken.
Reichliches Essen und Trinken gehört nach der volks-tümlichen Anschauung zu jedem großen Fest. Mit Rücksicht auf dieJahreszeit, in der Haus und Hof, Küche und Keller den vollen Segendes vergangenen Jahres bergen, und aus dem Neujahrscharakter des W.- Festesheraus hat sich bei allen christlichen Völkern der Brauch ausgebildet,gerade an diesem Feste den Tafelfreuden in ausgedehntestem Maße zuhuldigen. Bei den Serbokroaten wird der mit Speisen überladene Tischdrei Tage lang nicht abgeräumt. Auf diese Speisenfülle weisen sprich-wörtliche Wendungen hin wie: ima sega kao na Božić ,,, es gibt alles wie zuWeihnachten" 3; bolje se rani u petak nego drugi na Božić ,,, er iẞt besseram Freitag als ein anderer zu Weihnachten"; es gilt auch nicht alsSchande, in dieser Zeit über das Maß zu trinken 5. Als Symbol der Fülledes neuen Jahres soll womöglich alles, was Garten und Feld hervorgebrachthat, auf dem W.- Tisch vertreten sein. Der Wichtigkeit des Festes entsprechendfinden wir eine reiche Auswahl von Kultgebäcken. Am heiligen Abendverbietet die Kirche den Fleischgenuß, erst am nächsten Tag wird dasHauptcharakteristikum des serbischen Weihnachtsmahls, das am Spießgebratene Festschwein, aufgetragen. Da es unter den Speisen die ersteStelle einnimmt, wollen wir uns zuerst den damit verbundenen Bräuchenzuwenden.
§ 31. Das Weihnachtsschwein. In den serbischen Kernlanden ist einWeihnachtsfest ohne gebratenes Schwein gar nicht denkbar. Je weiter gegenWesten umso weniger rigoros ist man in dieser Beziehung. In Bosnien,Herzegowina und Dalmatien kann auch ein Lamm oder Zicklein als Stell-vertreter dienen, in Prigorje wird eine gemästete Gans geschlachtet.Auch in den mazedonischen Gebieten hat der Brauch an Ursprünglichkeitverloren: man schlachtet vor Weihnachten ein großes Schwein und verzehrteinen Teil während der Festtage 8.
1 ZbNŽ XVIII 61.2 Stojanović, Slike, 41.3 ZbNZ XIII 29( Prigorje);ZbNZ X 32 ff.( Poljica): svega je bilo, kao na Božić.- 4 ib. 5 Vuk Karagjić,ZOb. S. 4: ako sam se opila, Božić mi je došao ,, wenn ich mich auch betrunkenhabe, Weihnachten ist gekommen." 6 Vuk, C. Gora, 103; Pamučina,66( Herzegowina); Schneeweis, Plivatal, Hs.; ZbNZ X 32( Poljica, Dalm.).Rajacsich, 131: In der Herzegowina muß das Schaf so groß sein, daß dieFamilie eine Woche davon leben kann.8 Bor.Milojević, O Slovenima u južnoj MakedonijiSaloniki): dieses Schwein heißt hier bitka;
1 ZbNZ XIII 29.( 1920), Hs. S. 28 ff.( Postol beiPavlović, Maleš, Hs. S. 103.
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