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Hochgebirgsvolk in Savoyen und Graubünden : ein Beitrag zur romanischen Volkskunde
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Nur zum Befördern des Heus aus der Scheune in den Stallbenützt man ein Gerät( starner), das auf dem Rücken getragen wird.( Taf. XX, Fig. 15.) Man preßt das Heu im» starner« zusammen undbindet es mit zwei seitlich angebrachten Stricken fest. Im Engadinist dieses Gerät bereits vielfach durch große muldenförmige, ausWeidenruten geflochtene Körbe ersetzt worden, die man gleichfallsauf dem Rücken zu tragen pflegt.

Im Obervintschgau werden derartige Tragvorrichtungen wenigerverwendet, da hier in den meisten Häusern die sogenannten>> asser«<eingerichtet sind, das heißt das Heulager reicht von der Scheune bisin den darunter liegenden Stall hinab.

Die Sennhütte und ihre Einrichtung.

Eine wesentliche Vorbedingung für den erfolgreichen Betriebder Viehzucht im Münstertal bilden die zwar nicht zahlreichen, jedochausgedehnten und ergiebigen Alpen des Tales. Sie ziehen sich weithinauf und liegen zum Teil in kleinen Quertälern( Alp Champatsch,2144 m; Alp Muranza, 2178 m), zum Teil auf Hochplateaux( Alp daMunt, 2214 m; Alp Val Morain, 2193 m; Alp Sadra, 2080 m u. a. m.).Die höchste Sennhütte ist die der Alp da Munt; der Waldreicht stellenweise noch über diese Alpe hinaus, so daß die Waldgrenzeeine Höhe von etwa 2300 m erreicht.

Nur die Almhütte der Alp da Munt ist ganz in Blockbau auf-geführt, was wohl einen Überrest der altertümlichen Bauweise ausjener Zeit darstellt, in der das Münstertal reicher bewaldet war. Dieübrigen Sennhütten sind aus Stein, oft noch ganz primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiv gebaut. Beimalten Typus fehlt der Stall und das Vieh übernachtet in den Schermen,das heißt unter einem sich an die Hütte anschließenden Dach, welchesauf mehreren Holzpfeilern ruht.( Taf. XXII, Fig. 1.) Da die Schermenin manchen Alpen baufällig geworden sind, hat man sie in den letzten20 Jahren durch solide, moderne Stallungen ersetzt; die Hütten selbsthaben aber ihren alten Charakter in der Regel bewahrt.( Taf. XXII,Fig 2.) Im Innern weisen die Münstertaler Sennhütten einen ein-heitlichen Grundriß auf. Sie bestehen immer aus drei Räumen, demHauptraum( teja), der als Küche und Schlafkammer dient, und auszwei sich daran anschließenden Nebenräumen, dem Milch- und demKäsekeller.

In der einen Ecke des Hauptraumes erhebt sich über einer Bankdie kastenartig abgeschlossene Schlafstätte, in deren Inneres mandurch eine kleine, in den Kasten eingesetzte Tür gelangt( Taf. XXII,Fig. 3); hier ruhen die Sennen und Hirten auf einem gemeinsamenHeulager. Der allseitige dichte Abschluß dieses Lagers dient zumSchutz gegen die Kälte, die sich auf dieser Höhe recht fühlbar macht,besonders wenn der Wind durch die Ritzen der baufälligen Mauernin die Hütte eindringt und darin wie auf freiem Felde pfeift.