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Am Ziele angelangt stellen sie die Schlitten in zwei Reihen auf,so daß in der Mitte eine freie Bahn bleibt. Aller Blicke sind nachdem Gipfel des Berges gerichtet. Wer wird wohl der Erste sein?Plötzlich entdeckt ein scharfes Auge in der Ferne einen kleinenschwarzen Punkt.» Sie kommen, sie kommen!« geht es durch dieMenge. Der Punkt wird immer größer und bald erblickt man un-förmige schwarze Flecke, die den Abhang hinabgleiten. Da man dieMänner, die dicht an die Heubündel gelehnt sind, nicht sehen kann,machen diese hinabgleitenden Massen aus der Ferne einen ganz eigen-tümlichen Eindruck.
Die am Fuße des Berges versammelten Frauen verfolgen mit ge-spannter Aufmerksamkeit die Bewegungen der Heubündel. Die Männernähern sich rasch noch eine Windung und sie gleiten den letztenAbhang hinab. Einige Sekunden später ist der Erste unten und wird vonder bei den Schlitten versammelten Menge mit Begeisterung empfangen.Andere folgen nach und der Raum zwischen den beiden Schlitten-reihen ist bald mit Heubündeln ausgefüllt.( Taf. IX, Fig. 3) DieMänner gönnen sich trotz des ermüdenden Abstieges keine Rast undbeginnen sogleich die Bündel auf die Schlitten zu laden.
Dies geschieht in der Weise, daß sowohl das Bündel als auch der Schlitten halbumgekippt werden, worauf der letztere dicht an die Basis des Bündels gerückt wird.( Taf. IX, Fig. 4.) Hierauf wird das Bündel von zwei Männern etwas gehoben, währendzwei andere es von der entgegengesetzten Seite mit aller Kraft an sich ziehen.
Der eigens zu diesem Zweck dienende Schlitten ist ganz primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag primitiv und wird vonjedem Bauer selbst hergestellt.( Taf. VI, Fig. 4.) In die Kufen sind vorne zwei schiefstehende Lenkstangen eingefügt; der Mann, der während der Fahrt hinter dem Eselschreitet, ergreift diese Stäbe und hilft auf diese Weise bei der Beförderung der Last mit.
Wenn das Wetter günstig ist, kann die Heubeförderung in vierbis fünf Wochen bewerkstelligt werden; gewöhnlich dauert aber dieseArbeit fast zwei Monate, da sie infolge der Schneestürme öfter unter-brochen werden muß.
Wenn ein Bauer mit dem Hinabschaffen seiner Heuvorräte fertiggeworden ist, hilft er seinen Nachbarn aus Gefälligkeit oder gegenBezahlung. Durchschnittlich schafft jeder Bauer im Winter etwa10 Heubündel hinab; unter den reicheren Besitzern gibt es auchsolche, die bis 30 Bündel fertigbringen.
Bessans ist die einzige Gemeinde der Hohen Maurienne, wo dieHeuvorräte im Winter mit eigens dazu bestimmten Geräten hinab-befördert werden. Vor etwa 20 Jahren tat man es auch in Bonneval,der höchstgelegenen Gemeinde der Maurienne. Heute verwendet mandort wie auch in den übrigen Gemeinden dieses Tales im Winterdas Sommergerät( cordess).( Taf. VI, Fig. 6.)
Vergleich der Bessaner Geräte zum Binden von Heumit denen aus anderen Alpenländern.
Es ist bemerkenswert, daß auch in anderen Alpenländern dasHeu im Winter auf die oben geschilderte Art hinabgeschafft wird, so