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Sie besteht aus einem kurzschößigen Rock( chemisot), der aus blauem oderbraunem hausgewebten Tuch hergestellt und mit Metallknöpfen verziert ist. Die dazu-gehörige Weste( ecarlat) ist aus hellem Plüsch oder Tuch mit andersfärbigen grellen Auf-schlägen. Das kurze Beinkleid( brajes) aus Gemsleder oder aus grauem Tuch ist untengrün gestickt und hat einen mit Knöpfen verzierten Seitenschlitz.( Taf. VII, Fig. 4.)
Eine langzipfelige Krawatte aus buntem Seidentuch, weiße Strümpfe mit Strumpf-bändern, Halbschuhe mit Schnallen und ein hoher schwarzer Zylinderhut aus langhaarigemFilz vervollständigen diese malerische Tracht. Der Zylinder wurde aber nur an großenFeiertagen und bei der Hochzeit aufgesetzt, sonst pflegte man eine lange Zipfelmütze ausrotem, gestreiftem oder karriertem Wollstoff zu tragen, deren bunte Quaste auf dieSchulter herabfiel.
Etwa um die Mitte des 19. Jahrhundertes soll noch mancherBessaner einen Zopf( coudin) getragen haben, der, mit schwarzemBand gebunden, auf dem Rücken herabhing oder mit einemhübsch geschnitzten Haarpfeil aus Holz im Nacken aufgesteckt wurde.( Taf. VII, Fig. 8.) Der Scheitel soll, nach Aussagen der Einheimischen,glatt rasiert gewesen sein. Der letzte Bessaner, der einen Zopf trugund an den sich alte Leute noch gut erinnern können, ist vor etwa30 Jahren gestorben.
VI. Das Wirtschaftsleben.
1. Allgemeine Bemerkungen.
Da in Bessans keine einträgliche Hausindustrie betrieben wird,ist das Wirtschaftsleben derjenigen, die nicht in die Stadt auswandern,durch die natürliche Beschaffenheit des Landes bedingt.
Die hohe Lage von Bessans, das rauhe Klima und der größten-teils sandige Boden gestatten nur einen ganz beschränkten Getreide-bau. Dafür ist die Viehzucht vortrefflich entwickelt und bildet dieHauptbeschäftigung, den Reichtum der Bessaner.
Von der Gesamtfläche der Gemeinde Bessans, die 15.433 haumfaßt, entfallen auf
Weiden
Mähwiesen.Ackerfelder
Gemüsegärten
Wald
4765 ha
887"
143"
3
450"
"
Der Rest des Gesamtare als verteilt sich auf Felsen, Schnee-felder, Gletscher.
In der Talsohle ist wenig Weidegrund vorhanden. Die ausgedehntesten und üppigstenWeiden befinden sich zum Teil in den hochgelegenen, in Steilstufen ins Haupttal mündendenQuertälern( Ribon-, Lombarde-, Vallontal), zum Teil auf Hochplateaux, wie La Buffa,La Mottua.( Vergl. Fig. 2.) Einen großen Teil dieser Plateaux nehmen die Mähwiesen ein,die den Bessanern das beste Heu liefern; die Weiden beginnen hinter diesen Hochmattenund erstrecken sich bis an die Felsen- und Gletscherregion. Die Grenze des ewigen Schneesliegt in Bessans verhältnismäßig hoch; es gibt Alpweiden bis zur Höhe von 2900 m, unddiesem Umstand verdankt auch die Alpwirtschaft dieser Gegend ihre vorzügliche Ent-wicklung.