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jedoch von der älteren insofern ab, als die Höhe des Hauses fast das Doppelte beträgt,so daß im oberen Teil des Vorbaues eine Vorratskammer angelegt werden konnte.
Auf Grund der vergleichenden Betrachtung der Häuser und der andenselben angebrachten Jahreszahlen sowie auch auf Grund der Aussagen der Haus-besitzer bin ich geneigt, die Hausformen Nr. 1, 2 und 3, die aus dem Ende des 16. unddem Anfang, beziehungsweise der Mitte des 17. Jahrhundertes stammen, als ältesteprimitivste Glossar ::: zum Glossareintrag primitivste Grundtypen der Bessaner Häuser anzusehen. Diese Annahmeläßt uns die Hausform Nr. 2 als eine unwesentliche Variation des Grundtypus Nr. 1 auf-fassen, die dadurch entstanden ist, daß die Vorderwand des Vorbaues bis zum Dach ver-längert wurde. Die beiden zuletzt erwähnten Hausformen( Nr. 4 und 5), welchenach den Aussagen der Bessaner in den letzten Dezennien durch Umbau alter Häuserentstanden sind, lassen sich allem Anschein nach als Weiterbildungen deroben erwähnten Grundtypen auffassen. Wenigstens wurde ich von den Ein-heimischen wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die beiden jür geren Hausformen( Taf. II, Fig. 3 und 4) eine Höherentwicklung des Grundtypus mit dem bis zum Dachreichenden Vorbau darstellen.( Taf. II, Fig. 2.)
Häuser mit einer Nische an der Frontseite.
Unter den ältesten Häusern von Bessans findet man auch solche,die statt eines Vorbaues an der Frontseite eine Nische zum Schutzvor den Unbilden der Witterung haben.( Taf. II, Fig. 5.) Heutebestehen in Bessans nur noch drei derartige Häuser, die aus dem 16.und 17. Jahrhundert stammen. Auch ursprünglich soll nach Behaup-tungen der Bessaner dieser Haustypus nur vereinzelt vorgekommensein und hat im Gegensatz zu den Häusern mit Vorbau keine Weiter-bildung der Fassade im Laufe der Zeit erfahren.
4. Vergleich des Bessaner Hauses mit dem der übrigenGemeinden der Hohen Maurienne sowie mit dem derNachbargebiete.
Hohe Maurienne. Wenn man die Häuser der Hohen Maurienneeiner vergleichenden Betrachtung unterzieht, so ergibt sich, daßBessans, hauptsächlich in Bezug auf den Grundriß des Keller-geschosses, eine Mittelstellung zwischen Bonneval und denübrigen tiefer gelegenen Gemeinden dieses Gebietes einnimmt.
Bonneval ist die höchst gelegene Gemeinde der Maurienne;ihre Seehöhe beträgt bereits 1864 m. Wie in Bessans, setzt sich auchhier das Haus nur aus dem Keller- und dem Erdgeschoß zu-sammen. Ersteres enthält den Flur, die Stallwohnung und die Vor-ratskammer, letzteres die geräumige Scheune, neben der nur seltenSommerstuben vorhanden sind. Die Anlage des Kellergeschosses istnoch primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag primitiver als in Bessans, denn während dort Stallwohnung undKüche zwei voneinander getrennte Räumlichkeiten bilden, ist einederartige Trennung in Bonneval nicht durchgeführt Stallwohnungund Küche sind hier in einem einzigen Raum unter-gebracht, in den man wie in Bessans durch einen langen finsterenFlur hinabsteigt. Die Größe der Stallwohnung, das Raumverhältniszwischen Stall und menschlichem Wohnraum, die Einrichtung des