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3. Die äußere Gestalt des Hauses.
Der beschriebenen Anordnung der Innenräume entspricht auchdie äußere Gestalt des Bessaner Hauses. Diese hat jedoch im Laufeder letzten Jahrzehnte eine gewisse Wandlung erfahren, die durchdie Erweiterung und Erhöhung des Keller- und des Erdgeschossesbedingt wurde. Wie ich noch zu zeigen versuchen werde, kannman die Hauptmomente der allmählichen Veränderung der Fassadenoch heute an einzelnen Haustypen beobachten.
Bauart, Anlage und Orientierung des Hauses.
Das Bessaner Haus ist aus Bruchstein erbaut, der ursprünglichnur zum Trockenmauerwerk verarbeitet wurde. Denn wegendes Mangels an Kalk und wegen der Transportschwierigkeiten gingman hier früher mit dem Mörtel recht sparsam um und pflegte meistdie größeren Fugen im Trockenmauerwerk mit Moos, beziehungs-weise mit Erde und mit Kuhmistfladen zu verstopfen. Damitaber das Gebäude gegen die argen Winterstürme widerstandsfähigsei, wurden die Mauern über 1 m dick gemacht und das Haus möglichstniedrig gebaut.
In den letzten dreißig Jahren, seitdem durch den Bau der Route nationale derVerkehr zwischen der Hohen Maurienne und Modane( letzte Eisenbahnstation der Maurienne)bedeutend gehoben wurde, hat die eigentliche Modernisierung der Häuser merklich zu-genommen. Zuerst ganz unauffällig, in der letzten Zeit aber immer deutlicher entsteigtsozusagen das Bessaner Haus dem Erdboden und so manches überragt bereits seineNachbarn, die noch zum großen Teil in der Erde verborgen liegen.
Da die Anlage und Orientierung des Hauses nach genauererKenntnis des Hausinneren besser verstanden werden kann, hielt iches für zweckmäßiger, diesbezügliche Erörterungen erst an dieserStelle vorzunehmen.
Auf ansteigendem Terrain wird das Haus so angelegt, daß das zuebener Erde gelegene Scheunentor im Verhältnis zum Gefälle des Abhanges höher an-gebracht ist als der Eingang in das Kellergeschoß. Bei derartig angelegten Häusern isteigentlich nur der rückwärtige, hauptsächlich von der Stallwohnung eingenommene Teildes Kellergeschosses zirka 2 m tief in die Erde eingelassen; hingegen ist die stets vorneangebrachte Küche nur wenig in den Boden versenkt. Wenn jedoch das Bauterraineben ist, wird das Kellergeschoß allseitig gleichmäßig bis 2 m tief in die Erde eingelassenund das Scheunentor, zu dem gewöhnlich zwei Stufen führen, befindet sich dann ander Frontseite neben der Eingangstür. In diesen Häusern fällt der vollkommen finstereFlur gewöhnlich in steilen Stufen ab, was den Eintritt in die Stallwohnung für Menschenund Vieh recht unbequem gestaltet,
Was die Orientierung des Hauses betrifft, dessen First in der Regel parallelzur Längsachse des Tales gerichtet ist, so schaut meist die Giebelseite nach dem Süden,beziehungsweise Südosten, während die Front, das heißt die vordere Traufseite, jenach den Terrain verhältnissen, bald nach dem Osten, bald nach dem Westen orientiert ist.
Der einzige, für Mensch und Vieh gemeinsame Ein-gang ins Kellergeschoß befindet sich gewöhnlich an der vorderenTraufseite; eine Ausnahme bilden nur die neuen Häuser mit derGiebelfront.