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Hochgebirgsvolk in Savoyen und Graubünden : ein Beitrag zur romanischen Volkskunde
Entstehung
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Die Türöffnung ist viereckig; der Türstock aus Lärchenholz trägt öfters nebender Jahreszahl die Initialen des Besitzers sowie das Zeichen Jesu eingekerbt; auch einaus Holzstäbchen gefertigtes Kreuz ist zuweilen daneben angebracht. Nirgends aber findensich über der Haustür Sprüche oder irgendwelche apotropäische Zeichen. Ab und zuentdeckt man an der Hausfront Reste von alten, vielfach beschädigten Fresken religiösenInhaltes, die von durchziehenden piemontesischen Malern angefertigt worden sind.

Die Dachbedeckung des Bessaner Hauses besteht aus großen Schiefer-platten( lauzés), die sich durch ihr eigenes Gewicht auf dem Dache erhalten. Dieschweren Steinplatten, die ein unverwüstliches Bedachungsmaterial bilden, erfordern einesolide Konstruktion des nur schwach geneigten Daches. Dieses wird von fünf mächtigenPfetten getragen, deren oberste, der Firstbaum( freta), in einigen alten Häuserndurch eine Stein-, beziehungsweise Holzsäule, dte mitten in der Stallwohnung steht,gestützt wird. Über den Pfetten liegen die Rafen( tsevro), quer darüber kommen dieLatten und erst über diese legt man die Steinplatten.

Holzlauben.

An den meisten Häusern sind Giebel- und Seitenlaubenaus Holz angebracht, die man gewöhnlich von der Scheune ausauf einer Leiter erreicht. Diese Lauben, die auf einigen nur rohgezimmerten und zuweilen von Spreizen gestützten Ständerbalkenruhen, dienen hauptsächlich zum Trocknen von Wäsche, Holz undSchafmistbriketts.

Nur noch selten trifft man in Bessans an alten Häusern ganz verschalteLauben, in denen man Holz und allerlei Hausrat aufzubewahren pflegt. Da derartigeLauben gewöhnlich der Straße zugekehrt sind, soll diese Verschalung, nach Angaben derEinbeimischen, unter anderem auch zur Sicherung des Eigentums vor Diebstahl angebrachtworden sein.

Neben diesen ganz geschlossenen Lauben findet man, ebenfalls nur an alten Häusern,solche, die an den Seiten ganz und vorne teilweise verschalt sind.

Viel häufiger als die gerade besprochenen kommen Gerüstlauben vor, dieaus kreuzweise angeordneten Balken bestehen.

Soweit ich beobachten konnte, finden sich an den ältesten ganz niedrigen Häusernnur die Giebellauben vor. Erst nachdem das Haus entsprechend erhöht worden war,wurde auch an der Traufseite eine Laube angebracht. Diese Seitenlaube ist meistganz primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiv und besteht aus einigen über die Tragbalken gelegten Brettern, wobei dieBrüstung in der Regel fehlt; geschnitzte Lauben kommen in dieser Gegend selten vor.Häuser mit Vorbau und ihre weitere Entwicklung.

An der vorderen Traufseite alter Bessaner Häuser findet manhäufig einen zirka 2 m langen und 1 m 50 cm breiten Vorbau ausStein, der die Eingangstür ins Kellergeschoß enthält.( Taf. II.) DieserVorbau( avant porkio genannt) ist durch die Fortsetzung desFlures entstanden, der wegen des früheren Raummangelsaus dem Viereck des Hausgrundrisses sozusagen hinausgeschobenwerden mußte. Die den Vorbau bildende Verlängerung des Flures,die von dem übrigen Flur durch eine oder zwei Zwischentüren ab-geschlossen ist, verhindert das unmittelbare Eindringen kalter Luftin die Stallwohnung. 1) Nach den Aussagen der Bessaner sollen

1) Einer ähnlichen Erscheinung begegnet man auch bei den Alaska- Eskimos Glossar ::: zum Glossareintrag  Eskimos.Weule sagt diesbezüglich folgendes: Bei den Eskimos Glossar ::: zum Glossareintrag  Eskimos in Alaska ist das Winterhaus einviereckiges, erdbedecktes Plankenhaus, dessen Inneres mit der Außenwelt zur Abwehr der