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gerichtet, so daß der Luftwechsel in der Stallwohnung hauptsächlich durch den Kaminstattfindet.
Der Flur.
Durch die Eingangstür, die sich fast ausschließlich auf der Trauf-seite befindet und zu der man häufig noch zwei bis drei Stufenbinabsteigen muß, gelangt man in den Flur( logus), der senkrecht äuf die.Firstlinie zu läuft und in die Stallwohnung, Küche und Vorratskammerführt. Dieser Flur, gewöhnlich ein Mittelflur, ist durchschnitt-lich 4 m lang, 120 cm breit und, besonders in älteren Häusern, zumTeil so niedrig, daß ein normal gewachsener Mensch denselben nurgebückt durchschreiten kann.
Wenn das Haus auf ebenem Terrain gebaut ist, so daß das Kellergeschoß vonallen Seiten gleichmäßig in die Erde versenkt werden muß, fällt der Flur in ziemlich steilenStufen ab. Befindet sich aber das Haus auf ansteigendem Terrain, so verläuft der Flurdes Kellergeschosses fast eben.
Der Flur zerfällt in der Regel durch Einschaltung einer Zwischentür in zweiTeile, von denen der erste( fouh) meist etwas kürzer ist als der zweite( menteng).( Vergl. Taf. III, Fig. 1, a, c, e.) In diesem letzten Raume befindet sich eine schmaleStiege, die ins Erdgeschoß führt und oft nur aus einigen in die Wand eingelassenen Schiefer-platten gebildet ist.
In einzelnen ganz alten Häusern sind sogar zwei Zwischentüren in den Flur ein-geschaltet, so daß dieser in drei ungefähr gleiche Teile zerfällt. Trotz dieser Teilung,die eine Schutzmaßregel gegen Kälte zu sein scheint, gilt der Flur doch als ein einheit-licher Raum; dafür spricht auch der Umstand, daß neben den oben erwähnten Benennungenfür seine Teile auch für ihn, als Ganzes, ein Name( logus) besteht.
Der Flur, der bloß die Aufgabe hat, den Verkehr zwischen den einzelnen Räumenzu vermitteln und dieselben einigermaßen vor Kälte zu schützen, enthält selbst dort, woer fast eben verläuft, kein einziges Möbelstück.
Mit seiner Belichtung steht es sehr schlecht, denn er besitzt keine einzigeLichtöffnung. Sogar in ganz neuen Häusern ist nirgends ein kleines Fenster neben oderin der Eingangstür angebracht, wie dies zum Beispiel fast überall in Val d'Isère( Valléde Tarentaise) der Fall ist, wo eine ganz ähnliche Fluranlage vorherrscht
Es gehört schon eine gewisse Erfahrung dazu, um sich in diesen stockfinsteren,niedrigen und oft in steilen Stufen angelegten Gängen zurechtfinden zu können.
Wahrscheinlich mit Rücksicht auf diese Dunkelheit des Flures ist es hier üblich,schon beim Öffnen der ersten Eingangstür mit lauter Stimme die übliche Frage zu stellen:Il a di mundo?"( Ist jemand da?) Worauf man dem Eintretenden entgegenzukommenpffegt, um ihm auch die zweite und dritte Tür zu öffnen. Die Bessaner halten dieseFluranlage trotz ihrer Unbequemlichkeit für so zweckmäßig, daß sie dieselbe auch in denneuen moderner angelegten Häusern fast unverändert beibehalten haben.
Die Stallwohnung( erablo).
Der Flur mündet in die zumeist nach rückwärts verlegteStallwohnung, die hauptsächlich während der sechs- bis sieben-monatlichen Winterdauer den Menschen und Haustieren ein gemein-sames Obdach gewährt.
Die Stallwohnung zerfällt in zwei Teile, von denen der eine fürdie Menschen, der andere für die Haustiere bestimmt und dement-sprechend eingerichtet ist.( Taf. IV; vergl. hiezu Taf. III, Fig. 3.)
Der Wohnraum für die Menschen wird vom eigentlichenStall bloß durch einen schmalen Abzugskanal für Jauche getrennt, und