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Eine sachkundige und saubere Arbeit. K. ist auf dem Gebiet des Haus-baus und der Tracht ebenso beschlagen wie er in der kulturgeschichtlich ver-tieften Behandlung des Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums kritische Besinnung auf ſtetige Wesenszügedes Volkstums kundtut. Die Aufmachung der Bilder ist eine wohlansehnliche.Hdt.
Dr. Traut Anacker; Verzauberung und Erlösung im deut-schen Volks märchen. Untersucht an den Grimmschen und an oſtpreußi-schen Märchen. Schriften der Albertus- Univerſität, Geisteswissenschaftliche ReiheBand 32. Königsberg( Pr.) und Berlin 1941, Ost- Europa- Verlag.
Der Titel der angezeigten Schrift läßt eine allgemeine, auf breiterGrundlage beruhende Untersuchung vermuten, doch schränkt der Untertitel denin Betracht kommenden Kreis sogleich erheblich ein. Die Grimmſchen Märchenund die Sammlung Hertha Gruddes bilden den stofflichen Ausgangspunkt derUntersuchung, was für die angewandte Methode darum wichtig ist, weil, wiedie Verfasserin ſelbſt feſtſtellt, diese beiden Sammlungen von Grund auf ver-schiedenen Stoff enthalten. Sind also alle die Märchentypen nicht berücksichtigt,die in der Grimmschen Sammlung fehlen, so wird anderseits wesensverschiedenesWaterial herangezogen. Eine Untersuchung, die dem gewählten Titel gerechtwerden will, müßte sich schon die Mühe nehmen, alle auf deutſchem Bodenvorhandenen Märchentypen das Wort Märchen im Sinne einer von gleich-artigem Wesen und Aufbau ausgehenden Forschung verstanden ohne Rück-sicht auf ihre Vertretung in bestimmten Sammlungen zusammenzustellen unddarauf aufzubauen. Die Verfasserin hat selbst die Verschiedenartigkeit des vonihr verwendeten Materiales gesehen und meint, die Gruddeschen Erzählungenwürden besser anders als mit dem Worte„ Märchen“ benannt. So ist einerseitsdaszusammengehörige Material nicht vollſtändig, anderseits wesensfremdes,andersartiges herangezogen. Es ist selbstverständlich, daß das die Ergebnissebeeinträchtigen muß.
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Daezweite Bedenken trifft die Ausdrücke„ Verzauberung“ und„ Er-lösung". So wie man wiſſen muß, was man als„ Märchen“ ansieht, wenn manes untersuchen will, muß man ſich auch über diese beiden Begriffe im klarensein. Die Verfaſſerin macht über die Verwandlung in andere Gestalt sowieüber die Vorstellung, daß jemand einer feindlichen Macht verfällt und aus ihrbefreit werden muß, sachlich durchaus brauchbare Angaben. Sie stellt dem,was ſich ihr aus den Grimmſchen Märchen ergibt, in weitgehend gleichartigemAufbau das lehrreiche Ergebnis der Untersuchung am Gruddeschen Stoffegegenüber, das die Wesensverschiedenheit deutlicher aufzeigt als sie selbst eswahrhaben will; in diesem Sinne kann man sich auch mit der Tatsache ver-söhnen, daß ſo grundverschiedener Stoff gewählt wurde. Denn auch von dieserSeite wird damit bestätigt, daß es ein Erzählgut gibt, das sich in seiner welt-anschaulichen und aufbaumäßigen Geschlossenheit deutlich als zusammengehörigerweist und von andersartigem Gute scharf abhebt.
Allerdings ist es nicht gerechtfertigt, für diese verschiedenen Dinge die-selben Ausdrücke zu gebrauchen. Die Verfasserin stellt richtig die Hintergründefür die Vorstellungen von der Verwandlung in Tieres- oder Pflanzengestaltdar. Darf man das aber ebenso Verzauberung nennen wie das, was sich in denGruddefchen Erzählungen abspielt? Gerade die Erkenntnis der natürlichen