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Die Bauerntracht des Ochsenfurter Gaues ist eine der schönsten.und reichsten Trachten unseres deutschen Volkes. Sonne liegt über demfränkischen Lande zur Sommerzeit. Dazu zwischen Himmel und Erdein weiten, wogenden Wellen die heißquellende, ſich nie erschöpfendeNatur. Und darin der Bauer, der sät und erntet. Er hat auch seinenLebensſinn dieſer Fülle von Licht angepaßt. Seine wunderbare, gold-glitzernde Frauentracht paßt in dieſes Gold der reifenden Frucht. Undes gibt keinen schöneren Anblick, als wenn die Frauen ſonntags lang-samen, wiegenden Schrittes durch das Dorf gehen.
Tanz und Spiel nach dem Abdreſchen.
Von Ilka v. Peter, Wien.
Wenn auch schon Karl Adrian in seinem umfassenden Werk„ Von Salzburger Sitt' und Brauch" den Abdre scht anz ¹) mitdem dabei geübten Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum geschildert hat, so möchte ich doch zurErgänzung und Vervollständigung unserer Kenntnis dieses altenErntebrauches die von mir im Jahre 1940/41 im Flachgau, in derGegend von Henndorf, Neumarkt und Köstendorf gesammelten Ergeð-nissevorlegen
Nach der anstrengenden Erntearbeit findet die erste feſtliche Unter-haltung mit Tanz, Spiel und Singen erst wieder im Oktober in derBrechlſtube oder im November nach dem Abdreschen statt. Bei jedemgrößeren
den ist auern wird, sobald er mit dem„ Å'dreschn“ fertig gewor
am selben oder an einem der darauffolgenden Lage der„ A'dreschtånz“ gefeiert, zu dem außer allen an der Drescharbeit Be-teiligten befreundete Bauersleute aus den umliegenden Höfen geladensind.
Sobald die Gäste zwischen 8 und 9 Uhr abends in der Stube ver-sammelt sind, leiten die Maschkerer das Fest ein. Dazu erscheinterſt ein einzelner Maschkerer, ein meist in alte Lumpen vermummterBursche mit einem Vesen in der Hand; ohne ein Wort zu reden, kehrter die Stube aus und geht schließlich mit geschultertem Beſen einmalim Kreise herum. Dann erst springen die übrigen Maschkerer, meiſi8 bis gegen 20 verkleidete Gestalten, herein und eröffnen den Tanz.
1) N. Adrian, Von Salzburger Sitt' und Brauch, Wien 1924, S. 234 ff.Außerdem möchte ich auf den Aufsatz von F. Prodinger( Mittlg. d. Gesell-schaft f. Salzbg. Landeskunde, Salzburg 1941, S. 124 ff.) Hinweisen, den ichnach Fertigstellung meiner Arbeit in die Hand bekam.