Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde37 (1932) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
Jahrgang 
37 (1932) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
Einzelbild herunterladen
 

12

erwachsen ist, wird am besten nicht als einheitlicher Synthesenbau beurteilt;vielmehr scheint es uns darauf anzukommen, wie solch vielgestalteter Stoffgesichtet und geistig bewältigt ist. Der erste Abschnitt führt mit klarer Ge-danklichkeit in die Vorstellungen vom Blitzfeuer, von Schutztieren und-Pflanzen sowie anderen Schutzmitteln ein, weiters folgt das Herdfeuerdie Beurteilung des Julblocks als altartiges Dauerfeuer ist gewiß zutreffendetwas gezwungen scheint uns die mehr äußerlich verbliebene Zusammen-stellung ,, Kerzenfeuer, wo besser von der Lichtsymbolik der Antike her derFaden aufgenommen worden wäre. Im Rahmen der Behandlung des Not-feuers sei die sachkundlich bemerkenswerte kritische Zusammenfassung derMethoden der primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Feuererzeugung angemerkt. Die Jahresfeuer führenziemlich weit ins Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum, Schadenfeuer und seine Bekämpfung wiederzurück zum Arbeitskreis des Volkes. Fegefeuer und Sagenfeuer runden diewissenschaftlich gediegene und solchermaßen nutzbare Zusammenstellung ab.A. Haberl a n d t.

Dr. Hans Heinrich Vögele: Die Falknerei.( Veröffentlichungendes Geogr. Instituts der Universität Königsberg i. Pr., N. F. Reihe EthnographieNr. I.). Neumann, Neudamm 1931. 106 Seiten. 99 Abb.

Verfasser ist auf Grund einer Reise in Turkestan den völkerkundlichenProblemen, die sich an die Falknerei knüpfen, nachgegangen und bringtkulturgeographisch weitreichenden Stoff hiefür bei. Selbst der Falknerei er-geben, zeigt er in klarer systematischer Anordnung und Aufteilung der vor-liegenden Berichte auf, was daraus für die Ausübung der Beize Tatsächlicheszu entnehmen ist; so werden die Beizvogelarten und ihr Fang, Lockemachenund Abtragen der Beizvögel und die Beize selbst im eurasiatischen Kultur-bereich zusamt den Mittelmeerlandschaften Nordafrikas besprochen und auchmit einer gediegenen Bilderauswahl veranschaulicht. Der erste Abschnittbeschäftigt sich mit der Entstehung der Falknerei. Er vermag am wenigstenzu befriedigen, da er einerseits die alten Quellen nur beiläufig interpretierenderwähnt, anderseits aber doch Kritik an ihnen übt, wobei weder die Belegeüber die volkstümlichen Jagdformen der Thraker und die Denkmäler aus demmittelalterlichen Bosnien beide auch kulturgeographisch sehr wichtiggebührende Beachtung finden, noch auch die altorientalischen Glossar ::: zum Glossareintrag  altorientalischen Denkmäler fürdas Problem des kultischen Einschlags in der Ausbildung der Falknerei alsEdlingswerk und Herrengut ins rechte Licht gerückt werden. Wieder einmalerweist sich die Zuordnung einer Kulturerscheinung zu einem Kulturkreis"als ein zu fatalistisches Auskunftsmittel, wo die Wissenschaft erheblich mehrzu forschen und zu fragen hat. Immerhin, der Leser wird sich aus dem Stoffdes Uebersichtsteils das Bild der kulturgeschichtlichen Organik der Falknereizum Gutteil schon selbst wiederherstellen können. A. Haberland t.

_

30 neue Volkslieder aus dem Burgenlande. Ausgewählt und bearbeitetvon Raimund Zoder und Karl M. Klier. Verlag des DeutschenVolksgesang- Vereines. Wien 1931. 48 Seiten. Preis S 1.20.

Anläßlich der Zehnjahrfeier der Zugehörigkeit des Burgenlandes zuOesterreich hat sich auch der Burgenländische Arbeits- Ausschuß des Volks-liedunternehmens mit einer Festgabe eingefunden. Aus dem reichen Lieder-