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Hinsicht kritischer Untersuchung bedürftig. Eyn gemeyner Bauers und Kriegs-knecht, wie ihn etwa das Quellenwerk Unico Manningas enthält, sieht sehrnach einer malerischen Komposition aus. Entweder die Arbeits- oder dieKriegstracht ist daran wohl zu kurz gekommen, wahrscheinlich die erstere.Auch das Problem der Sackhosentracht scheint mir mit dem Erscheinen aufBildern des 19. Jahrhunderts in diesem Bereich nicht endgiltig umschrieben,wenn wir dagegen etwa die vorgeschichtliche Verbreitung der Sackhose,mindestens bis Hannover, und das Erscheinen von höchst primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Hosen-trachten noch im 17. Jahrhundert in der Gegend von Hamburg halten.( Vgl.John Taylor 1616 in: 1000 Jahre deutscher Kultur. Leipzig 1923.)
Auf der Weiberseite Glossar ::: zum Glossareintrag Weiberseite entspricht etwa die Übereinanderlagerung zweierHaarhüllen in weiten Teilen des Gebietes einer rituell volksmäßigenHaubungsform in Ost- und Nordeuropa, die ich bis ins homerische Altertumzurückverfolgen zu können vermeine, und die in Nordfriesland in einem sehrcharakteristischen Beispiel erhalten ist.(» Slavia«, Bd. II, S. 704.) Aus derkritischen Zusammenfassung solcher Daten wird sich uns, glaube ich, tatsäch-lich ehrwürdiges Altertum in jederlei Volkstracht enthüllen.
V. Geramb:» DeutschesGraz 1924.
Wenn man von einem Buch sagen kann, daß es ein Bedürfnis derGegenwart in unserem Lande erfüllt, so gilt das von dieser Schrift Gerambs,die wissenschaftlich gediegen und lebendig anregend zugleich ist. Sie ver-dankt das einer ungemein sachlichen Zusammenordnung des Zusammen-gehörigen einerseits im Sinne eines Volkskalendariums, anderseits nach Land-schaften mit kluger Scheidung der besonderen von den durchgängigenBräuchen. Die Auffassung der Volksbräuche bezüglich ihrer Erhaltung undWiederbelebung tut überall den erfahrenen Heimatforscher kund, und es fälltaus derlei Betrachtung auch für die» wissenschaftliches diesfalls psychologischeErläuterung der Bräuche oft mehr ab, als in einer nicht im Sinne dieserDarstellung gelegenen form- und bedeutungsgeschichtlichen Analyse.
Arthur Haberland t.
Heimatblätter„ Vom Bodensee zum Main". Herausgegeben vom Landes-verein badische Heimat. Verlag C. F. Ritter, Karlsruhe in Baden, Ritterstr. 1.Heft 8. Heimatkunde in der Schule. II. Auflage von EugenFehrle 1923, 32 Seiten.
Der heutigen Jugend, die vielfach ohne Vater in dem verwirrendenTreiben des großen Krieges und der arbeitüberlasteten Heimat aufgewachsenist, soll innerer Halt und rechte Heimatliebe gegeben werden. Dazu ist vorallem genaue Kenntnis von Volk und Heimat nötig. Wie die Lehrer dieJugend in diesem Sinne von der Volksschule an bis in die höheren Lehr-anstalten leiten sollen, wird mit warmen Worten, reicher Literatur hinweisenund Bildern an praktischen Beispielen dargetan. Mit Hilfe der Volkskunde,also zum großen Teil Stoff, der den Kindern bereits geläufig und lieb ist,wird natürlich in erster Linie der Deutschunterricht( zum Beispiel Mundart,Umgangssprache), Geschichte( Bauten, Steinkreuze, Sagen), Geographic( Haus-formen, Flurnamen), Naturkunde( volkstümliche Tier- und Pflanzennamen,