Jahrgang 
67 (1964) / N.S. 18
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gewöhnlichermassen einen Weichbrunn bekommen; aber anheürware kein Pferdritt, obwohlen d( a) z Wetter ziemlich favorableware, warumen nicht? d( a) z weis ich nicht: sondern man hatunseren Gusterer in einer Hofgutschen in dem Hofstall abge-holet, wie es geschahe, wenn es regnete" 10). Deutlich sind zweiMale zu erkennen. Nämlich, der Brauch wird nicht mehr regel-mäßig in der alten Ordnung, nach altem Herkommen gehalten,das heißt, nicht mehr in jedem Jahre. Gründe dafür werdenanscheinend nicht gegeben, Hübner kennt keine. Zum andernist das Bedauern des jungen Benediktinerpaters über den Verfalldieser Feierlichkeit aus den Zeilen zu lesen. Es hatte also an-scheinend schon zehn Jahre vor dem Anbruch des letzten Drittelsdes 18. Jahrhunderts der Niedergang des Pferdekults eingesetzt,darauf könnte auch die geringere Gabe des Erzbischofs ver-weisen, die er nunmehr, seit 1766, an St. Peter für die Pferde-weihe spendet.

Zu den zahlreichen Belegen über den Pferdekult in Salz-burg 11) gesellt sich also der aufschlußreiche von 1805. Er istbeachtenswert, weil er zu solch spätem Zeitpunkt noch ein derartstarkes kultisches Empfinden im Salzburger Vorland, im engerenBereiche um die Stadt Salzburg voraussetzt und erweist.( Dieszeigt zugleich, wie allgemein die Ausübung des kultischen Brauch-tums Glossar ::: zum Glossareintrag tums zuerst in der( Haupt-) Stadt verschwindet, in deren Rand-gebieten, den Vorstädten sich aber noch lange hält.) Noch sindder Kult vom Bande, vom Ringe, vom Umritt, von der Mitwirkungder Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau, die kultische Funktion des Jungmännerbundessichtbar: Die Burschen, mit Degen bewehrt, schwärmen in dieHäuser. Der entblößte Degen", er wird natürlich entsprechendgetragen, ist das Zeichen ihres( höheren) Auftrags, ihrer( von, höherer Stelle verliehenen) Befugnis, den Hausbewohnern ge-genüber weist" er sie aus. Sie laden die Hausbewohner zudiesem Feste ein, unter gewißen Zeremonien" und werdendann mit einem Trunke bewirtet. All das kennen wir von ver-gangenen Jahrhunderten.( Dieser Umritt hängt also anscheinendmit einem Schwerttanz zusammen, wie die begleitenden Narrendarauf deutet auch der Abscheu der Behörde vor der unter-laufenden Unanständigkeit, dieser ist es ja nichts anderes, miteiner Narrenhochzeit, mit der einst der Faschingsritt verbun-den gewesen war, noch im 18. Jahrhundert 12), letzter Rest eines

10) Ebenda, 17. 1. 1767, p. 545.

11) Dem der Verfasser in einer Sonderarbeit nachgeht.

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12) Friedrich Johann Fischer, Masken und rituelle Androgyniein Salzburg im 17. und 18. Jahrhundert. Typoskript 50 Blatt. Ungedruckt.

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