Brautführer vor allem geschöpft haben. Daraus erst werden sich die ein-zelnen Volkslied- Teillandschaften Niederösterreichs ablesen lassen, ZUIderen stofflicher Kenntnis ia dieses Buch in ganz besonderem Ausmaßbeiträgt.
In einem Volkskundlichen Anhang" hat Hurdes die wichtigsten An-gaben zum Hochzeitsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Hochzeitsbrauchtum aus den beiden Fragebogenunternehmun-gen( Heimatkundliche Fragebogen 1926 und Atlas der deutschen Volks-kunde 1930 ff.) nach Landesvierteln veröffentlicht. Eine tabellarische Ver-gleichszusammenstellung, wie sie anschließend geboten wird, dürfte dieweitere Forschung jedenfalls erleichtern, da sowohl die allgemein geläufi-gen Züge wie die verschiedenen Sonderprägungen. z. B. das Auswerfeneines kranzförmigen Hochzeitsgebäckes im Weinviertel, dabei deutlich her-vortreten. Solche Züge hätten eventuell auch im Bilde dargestellt werdensollen. Wichtig ist vom Standpunkt der Überlieferungstreue aus die Listeder Gewährsleute, dankenswert das Ortsverzeichnis. Alles in allem diebedeutendste Leistung deskriptiver Volkskunde im Lande Niederösterreichseit vielen Jahren.Leopold Schmidt.
Walter Hirschberg, Das Agnesbrünnl. Volkskundliches um eine Quelleim Wienerwald. Mit 12 Bildtafeln und 1 Planskizze, Verlag Natur undTechnik, Wien 1949. S 8.50.
Am Rande der Stadt Wien. im Wienerwald oberhalb Sieverings liegtdas den älteren Wienern wohlbekannte Agnesbrünnl"; der zeitweise sehrstarke Zulauf zu dieser Örtlichkeit hat seine Grundlage in alter Baum- undQuellenverehrung. Doch werden„ Marienbuche“ und Jungfernbrünn Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfernbrünn erstam Ausgang des 18. Jhs nachweisbar genannt; die zugehörige Sage vonKarl und Agnes ist ein typisches Erzeugnis der romantischen Zeit, in deralle Almanache, Kalender. Journale mit gereimten und ungereimten Sagender Vorzeit aufwarteten. Hirschberg gibt aus eigenem interessanteBeobachtungen über die letzten„ Brünnl- Gläubigen" unserer Zeit und hältsich im übrigen an bewährte Lokalforscher, wie Adolf Schmiedl. Th. Ver-naleken und Viktor Bibl. Die ältere Lokalpresse hätte allerdings noch man-che Ergänzung geliefert. So erzählen die Eipeldauer- Briefe, daß im Som-mer 1817 die Wiener den Schuß g'habt hab'n außer Sifring draußen nach'nTausend'n in a Waldl z'lauffn", wo das gemeine Volk an einen alten, halb-verfaulten Baum allerhand Figuren und Gestalten sah- ähnlich wie beimWachs, Blei- oder Kaffeesudgießen, und mit dem Jungfernwasser Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfernwasser desBrünnls sich die Augen wusch, die wehen Füße badete und dazwischenaus der Kotlacke" das heilkräftige Wasser trank; sozusagen mit Rück-sicht auf die Volksgesundheit beseitigte die Obrigkeit den Baum und ließdie Quelle verstopfen( 1817. 12. S. 39-42). Noch 1819 erinnert sich derEipeldauer an diese Geschehnisse, als auf dem Glacis vor der Seilerstätteeine Wasserkuranstalt eröffnet wurde( 1819, 5, S. 14). Erst 1834 berich-tet dann der Hans- Jörgel von Gumpoldskirchen“, daß auf einmal in Sie-vering ein Lotterie- Bründl" entstanden sei. wo man im Wasser die rich-tigen Nummern sehen könne, und das von den Wienern scharenweise auf-gesucht werde( Briefe 1834, 26, S. 44-46). Auch die Volksbühne bemäch-tigte sich der neuen Sache und 1836 erschien im Leopoldstädter Theaterein Stück„ Die Brünl- Nixe bei Sievering“. 1845 wird der Hans- Jörgl deut-licher wenn man nach der Volksmeinung- recht scharf ins Wasserschaut, sieht man Steine, auf denen drei Nummern stehen, die in der näch-sten Ziehung herauskommen: dazu gibt er eine spaßhafte Anekdote undein Bild( Briefe 1845, 9, S. 32 f. 1847. 18. S. 30). Auch Friedrich Schlöglschildert das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum um 1876( Aus meinem Felleisen, Wien 1893,S. 52-62) und die Lokalpresse berichtet darüber des öfteren in Wort
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