Geschichte der Gemeinde Naters folgt, ebenso eine ganz knappe des KurortesBlatten und schließlich eine erlebnisgesättigte Schilderung der„ Belalp", beieinem Historiker des Alprechtes besonders verständlich.
Die schönen Bilder erschließen diese Oberwalliser Kleinlandschaft vor-züglich. Die alten Blockbauten, auch die Blockspeicher mit ihrer Mäusewehrkommen sehr gut heraus, aber auch die Menschen, etwa die Mädchen in ihrenTrachten bei der Fronleichnamsprozession oder die Männer in ihren Uniformender päpstlichen Schweizer Garde, bei der viele gerade aus dem Oberwallis immerschon gedient haben.Leopold Schmidt
Student und Hochschule im 19. Jahrhundert. Studien und Materialien. Mit Bei-trägen von Karsten Bahnson, Franz Gall, Detlef Grieswelle, ChristianHelfer, Gustav Otruba, Mohammed Rassem, Christoph Thienen- Adlerflycht(= Studien zum Wandel von Gesellschaft und Bildung im neunzehntenJahrhundert, Bd. 12). Göttingen 1975, Verlag Vandenhoeck& Ruprecht.389 Seiten. DM 86,-.
In der von der Fritz- Thyssen- Stiftung geförderten Reihe„ Neunzehntes Jahr-hundert" ist schon so mancher Band erschienen, der auch für das Fach Volks-kunde von Bedeutung ist. Der vorliegende, von Christian Helfer und Moham-med Rassem eingeleitete Band ist den Hochschulen, ihrer Struktur, ihrenStudenten und Absolventen zugeordnet. Mehrere Beiträge von österreichischenVerfassern, wie Franz Gall und Gustav Otruba, sind auch österreichischenThemen gewidmet. Von Bedeutung erscheint besonders der Beitrag von GernotStimmer über„ Die Mythologisierung der Revolution von 1848 als Modelleiner Studentenrevolution". Zeitgeschichtlich von Wichtigkeit ist die Abhand-lung von Detlef Grieswelle über den„ ,, Antisemitismus in deutschen Studen-tenverbindungen des 19. Jahrhunderts". Und im engeren Sinn in unser Fach-gebiet gehört die etwas kurz geratene Abhandlung von Christian Helfer über,, Formen und Funktionen studentischen Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums im 19. Jahrhundert". Dawäre wohl, mit Einschluß der Darstellung des studentischen Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums in einerrecht breiten und auf breitschichtiges Leserpublikum hin ausgerichteten Litera-tur, noch manches zu sagen gewesen. Aber man ist ja froh, daß solche Themenüberhaupt in einem seriösen Zusammenhang und unpolemisch dargestellt wer-den, wie dies hier der Fall ist.Leopold Schmidt
Leo Zehnder, Volkskundliches in der älteren schweize-rischen Chronistik(= Schriften der Schweizerischen Gesellschaftfür Volkskunde, Bd. 60). 683 Seiten. Basel 1976, Verlag G. Krebs AG.Sfr. 60,-.
Ein Quellenbuch, wie es zwar vielerorts möglich, aber leider seit langemnicht mehr geschrieben wird. Die ältere Volkskunde, etwa Birlinger für Schwa-ben, hat solche nützliche Auszüge gemacht. Späterhin hat Hans Moser im Sinneiner solchen Quellenkunde für die historische Volkskunde gewirkt, wobei seineeigenen Arbeiten stets über die bloßen Quellenauszüge hinausgingen. Nun hatHans Trümpy in Basel die Aufgabe der Erstellung eines solchen Quellenbuchesfür die Schweiz einem Dissertanten gestellt und das Ergebnis ist eine sehr bedeu-tende Sammlung, die in genau überlegter Anordnung den Stoff von den heimat-lichen Bauten bis zu Witz, Spott, Ortsneckerei darbietet, und zwar jeweils denQuellentext, dazu ihn erläuternde Anmerkungen und am Schluß jedes Kurz-abschnittes die weiterweisende Literatur.
Diese Tausende von Stellen erfassende Belegesammlung wird zureichendeingeleitet, indem zunächst die Quellen, dann ihre zeitgenössischen Interpreta-tionsversuche besprochen werden, und wobei die chronikalischen Aufzeichnungen
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