Jahrgang 
79 (1976) / N.S. 30
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Literatur der Volkskunde

Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich. Herausgegeben im Auftragder Österreichischen Akademie der Wissenschaften von Eberhard Kranz-mayer und Maria Hornung, unter Mitwirkung von Werner Bauer,Elisabeth Groschopf, Erika Kühn, Wilfried Schabus und Ingeborg Schön-huber. 13. Lieferung Peck bis Pelle II. Sp. 769-960. Wien 1975. Verlagder Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Das große bairisch- österreichische Mundartwörterbuch wächst nunmehrplanmäßig weiter. B, P ist ein umfangreicher Buchstabe, und die Bearbeiterhaben in ihre einzelnen Artikel wieder viel hineingenommen, was volkskundlichwichtig erscheint. Die Biene wird unter Peie" behandelt, wobei Bienenstock,Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum um die Bienen, Bienenlegenden mitbehandelt werden. Bei Peil" istnicht nur das Gerät Beil", sondern auch der Verschluß Peil" behandelt.,, Bein" ist sehr umfangreich, einschließlich Schienbein", wie auch ein Gebäckeinst geheißen hat. Verschiedene Redensarten, beispielsweise zum Überbein"sind gleichfalls behandelt. Wichtig die Artikel mit Baiern, Bayern, bairisch,einschließlich des Bairischen" als schwungvollem Paartanz. Redensartlich reichselbstverständlich beißen", mit Nägelbeißen, Fadenabbeißen und ähnlichem.Auch der Beißer" und seine besondere Redeweise, das Beißerische" sind auf-genommen, eine Art des Auftretens des volkstümlichen Wieners und seinerSprechweise, wie sie anscheinend im 19. Jahrhundert besonders festgestellt undaußerhalb Wiens recht abfällig behandelt wurde. Sachkundlich wichtig noch die,, Peitsche", und bei peitschen" auch Hinweise auf das Frisch- und Gesund-Schlagen. Die Brauchtumsliteratur Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsliteratur wird auffällig sparsam zitiert.

Der Lieferung liegt ein ausführlicher Nachruf auf Eberhard Kranzmayerbei, den Maria Hornung ihrem langjährigen Lehrer gewidmet hat.

Leopold Schmidt

Irmgard Wirth, Mit Menzel in Bayern und Österreich(= Bilderaus deutscher Vergangenheit, o. Nr.), München 1974. Prestel- Verlag. 144Seiten mit 128 Abb.

Der große Berliner Maler Adolf Menzel ist auch ein hochbedeutenderZeichner gewesen. Seine sachlich- malerische Hingabe an den Gegenstand hatseine Zeichnungen nicht nur zu einer Augenweide, sondern auch zu einer Quellefür den Liebhaber und Kenner der volkstümlichen Gegenstandswelt werdenlassen. Der vorliegende Band( bei dem ich nur nicht weiß, warum der Titel,, mit menzel in bayern und österreich" gedruckt wurde, was ja nicht einmaldie größten Fanatiker der Kleinschreibung gutheißen könnten-), der vorliegendekleine Band also zeigt Menzel auf den von ihm mit viel Interesse und Liebedurchgeführten Reisen in Süddeutschland und Österreich. Ein gleich ausgestatteterBand Mit Adolph Menzel in Berlin" von der gleichen Verfasserin ist 1965vorausgegangen.

Häuser und Menschen, um einen Ausstellungstitel von uns zu verwenden,Häuser und Menschen also hat Menzel hier wie dort gesehen, von den bäuer-lichen Mitreisenden im Stellwagen bis zur Fronleichnamsprozession in Gastein,

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