Ein solches Heimatbuch mit seinen Ausgriffen nach vielen Seiten, mitEinbeziehung vieler Persönlichkeiten, enthält selbstverständlich auch zahlreicheBeiträge, die mit dem Gebiet der Volkskunde etwas zu tun haben. Man kannnur einige davon, der Reihenfolge im Buch entsprechend, hier aufzählen: S. 46:Ein weltliches Lied vom Türkenuntergang; S. 48: Die Ballade vom Ritter undden anel Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrauen( Ulinger); S. 74: Der letzte Störweber; S. 79: SichtbareZeichen in Haus und Hof; S. 87: Drautaler Stadelfenster; S. 105: OberkärntnerBildstöcke als Wegweiser; S. 118: Zacharias, der„ Heilige Mann" aus derNigglai; S. 121: Fasching; S. 151: Der goldene Schuh der Heiligen Kummernus;S. 162: Eisenschlagmarken; S. 174: Das„ Liadlen aufgebn" und der„, Jucha-Schroa" oder Juchezer; S. 180: Die Korbflechter und Strumpfwirker von Stein-feld; S. 184: Andachtsbildin; S. 198: Ein Greifenburger Hafner; S. 207: Das„ Kasn"; S. 228: Hifler, Harpfn, Hilln; S. 238: Arbeitstrachten; S. 247: Masken( das beigegebene Bild einer Gasteiner Maske stammt aus unserem Museum);S. 256: Der Zeugdruck im Oberland; S. 258: Der Bauer und das Gesinde;S. 264: Der Handschuh als Symbol; S. 266: Vom Feuerbock zum Grill- Zeit-losigkeit der Kochgeräte; S. 271: Erntekranz; S. 272: Sonnenwende; S. 293:Goldhauben; S. 299: Wachs und Honig; S. 310: Perchten in Oberdrauburg;S. 314: Mundartforschung, Literatur, Geistesgeschichte Kärntens. Die zahlreichenBilder, die volkskundliche Beziehungen haben, müßte man einzeln hervorheben.Es ist durchaus möglich, daß so ein Sammelband nicht nach jedermannsGeschmack ist und daß man eine Erwähnung im Zusammenhang mit der wis-senschaftlich betriebenen Volkskunde für unnötig erachten mag. Aber Praschbringt in seiner Vielseitigkeit doch manches, was sonst weniger bekannt ist,eine Fülle von Wort- und Bildzeugnissen, die man sicherlich immer, wenn mansich mit Oberkärnten beschäftigt, wird nachblättern müssen. In diesem Sinnhat ein Altmeister der Volkskunde wie Bruno Schier für den Band auchein freundliches, anerkennendes Geleitwort geschrieben.
Leopold Schmidt
Festgabe für Oskar Moser. Beiträge zur Volkskunde Kärntens(= Kärntner Museumsschriften Bd. 55) 160 Seiten, mit zahl. Abb.Klagenfurt 1974, Verlag des Landesmuseums für Kärnten.$ 180,-.
Oskar Moser, Ordinarius für Volkskunde an der Universität Graz, ist60 Jahre alt geworden. Seine Kärntner Heimat hat ihm bei dieser Gelegenheiteine Festschrift gewidmet, und man darf sogleich dazu sagen, daß es sich umeinen sehr schönen Band mit interessanten Beiträgen handelt. Sie sind übrigensnicht nur Kärnten gewidmet, wie der Untertitel aussagt, sondern auch derSteiermark und Salzburg, und bieten zusammen einen sehr bemerkenswertenQuerschnitt durch das gegenwärtige Schaffen der Volkskunde in Österreich.
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Franz Koschier hat die freundschaftliche Würdigung für den Sechzi-ger Oskar Moser geschrieben. Im Anschluß an diesen ersten Beitrag steht dasVerzeichnis der wichtigsten Arbeiten von Oskar Moser”, zusammengestellt vonJosef Höck. Es ist eine überaus stattliche Liste geworden, man kann daswissenschaftliche Leben Mosers darin intensiv gespiegelt vorfinden. Dann fol-gen die fachlichen Beiträge. Zunächst bietet Sepp Walter einen Beitrag über„ Das letzte Lavamünder Faschingbegraben", worin er das seltsame Schwebender Überlieferung dartut, das sich an besonders lustige Faschingsleute und ihrmitunter schauriges Ende knüpft. Wirklichkeit und alte Greuelmärchen scheinensich fast unauflöslich verbunden zu haben.- Einen sehr umfangreichen stoff-gesättigten Beitrag hat Richard Wolfram über„ Die Osterbräuche in derGottschee" beigestellt. Es ist gleichzeitig sein„, 7. Bericht von der Brauchtums-aufnahme Glossar ::: zum Glossareintrag aufnahme in der Sprachinsel Gottschee". In manchen Zügen dieses Oster-brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag brauchtums tritt mehr die Altertümlichkeit, in anderen wieder das Kontakt-
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