1994, Heft 2
Chronik der Volkskunde
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Die schönsten und größten Schellen und Glocken hängt man den Tierenbeim Almabtrieb um. Die Lederriemen, an denen sie befestigt sind, sinddazu besonders prächtig verziert.
Die umfangreiche und vielseitige Sammlung von Tierschellen undTierglocken aus aller Welt des Ehepaares Daub wurde bereits 1993 imDeutschen Hirtenmuseum Hersbruck einer breiten Öffentlichkeit zugäng-lich gemacht. Dieses Museum hatte schon vor etwa zwanzig Jahren demSammlerehepaar wertvolle Anregungen bei der Erweiterung seiner Samm-lung gegeben, die heute über 400 Exponate umfaßt. Verschiedenste Aus-wahlkriterien- Ästhetik der äußeren Form, Klang, handwerkliche Vollkom-menheit, aber auch bewußte Willkür beim Erwerb der einzelnen Stückemachen den Reiz der Kollektion aus. Der Architekt Rudolf Daub begann imRuhestand die Sammlung zu zeichnen ,,, der Formverschiedenheit mit derTuschfeder nachzuspüren“, wodurch Zeichnungen von eigener künstleri-scher Qualität entstanden.
Das Ethnographische Museum hat sich in bisherigen Ausstellungen vonverschiedenen Gesichtspunkten aus mit dem heute gezeigten Material be-schäftigt. In Präsentationen der Volkskultur der Länder Mitteleuropas unddes Balkans konnten die Besucher sich bereits mit der Hirtenkultur vertrautmachen und die Rolle der Viehglocken und-schellen im Rahmen derAlmwirtschaft kennenlernen. Die Funktion der Tierglocken im Brauchtum Glossary ::: show glossary-entry Brauchtum,besonders im Faschingsbrauchtum Glossary ::: show glossary-entry Faschingsbrauchtum, und damit auch ihre magische undapotropäische Wirkung, wurde ebenfalls gewürdigt. Obwohl die DaubscheSammlung geographisch den Forschungsbereich des Ethnographischen Mu-seums überschreitet, sind die Bedeutungselemente der Objekte da und dortdieselben. Im Sinne einer vergleichenden Forschung und Betrachtung er-weitern sich dadurch Horizont und Attraktivität.
Barbara Mersich