USEum
,, Wir wollen niederschwellig
und privat organisiert Integrationermöglichen"
Ein Gespräch mitVeronika Floch
Ihr trefft Euch seit Herbst 2017 imMuseum mit einer Gruppe Frauen.Wer seid Ihr und was macht Ihr?Wir treffen einander einmal in der Woche,vor allem um deutsch zu sprechen. Wirsind eine kleine Gruppe syrischer undpalästinensischer Frauen mit ihren kleinenKindern. Die Frauen leben seit zwei, dreiJahren mit ihren Familien in Österreich.Ursprünglich gehören wir alle einer etwasgrößeren Gruppe an, in der sich österrei-chische Familien und Familien mit Migra-tions- und Fluchtgeschichte auf einer privatinitiierten Ebene zusammengeschlossenhaben. Das Anliegen der Gruppe ist es,niederschwellig und privat organisiert Inte-gration zu ermöglichen. Das kann Unter-stützung sein bei bürokratischen Hürden,Wohnungssuche, Jobsuche oder auch derWeitergabe von Kleidung oder Möbeln. Aberauch Aktivitäten wie Wandern, Schwimmen,gemeinsam Kochen oder die Stadt Erkun-den gehören dazu.
Wie kam es zu dieser Gruppe?
Die Gruppe wurde von Sibylle Hamann insLeben gerufen, durch sie bin auch ich dazugestoßen. Als Sibylle einmal in den Raumgeworfen hat, dass Mütter mit Babys vomAMS keinen Deutschkurs bekommen undman sich doch privat treffen könnte, habeich die Initiative ergriffen und die Frauen-runde organisiert. Das war letztes Jahr imMai und da haben wir begonnen, uns einmalin der Woche im Augarten zu treffen.
34
53. Jahrgang
Wir haben einfach eine Picknickdeckegenommen und Kaffee und Kuchen mit-gebracht. Seither treffen wir uns jedenMittwoch, ganz informell, einfach zumPlaudern. Es sind mal drei Frauen da, malsieben, und wir sprechen Deutsch.
Und wie seid Ihr auf das Museumgekommen?
Als es dann Herbst wurde, haben wir einenRaum gesucht, wo wir uns fix jede Wochetreffen können. Wir haben zuerst gedacht,uns irgendwo privat zu treffen, aber daswäre zu schwierig gewesen. Ich wollte einenRaum haben, den wir regelmäßig über diekalten Monate nutzen können. Ich habedann an das Volkskundemuseum gedacht,weil das ein offener Ort ist, wo sehr vielpassiert. Da könnten wir gut hinpassen.Mir ist es wichtig, dass die Frauen Kontaktzu unterschiedlichen Menschen haben.Hier haben wir einerseits einen geschütztenRaum und andererseits bekommen wir auchimmer etwas vom Museumsbetrieb mit.
Das heißt, ihr kommt einfach her,sprecht miteinander und lernt Deutsch?Ja genau. Aber ich wollte das nicht alsDeutschkurs aufziehen. Ich bin keineDeutschlehrerin. Es ist zwar meine Mutter-sprache, aber es ist einfach etwas anderes,zu unterrichten. Ich fand es immer wichtig,dass wir uns treffen und dass wir ebenkeinen Deutschlernkontext haben. Esgeht mir vor allem um die Begegnung undich wünsche mir, dass die Frauen Leutekennen lernen, die hier schon länger leben.Manchmal kommen Freundinnen von mirmit ihren Kindern dazu, und wir sitzenbeieinander und sprechen in einer ange-nehmen Atmosphäre über alles Mögliche.Die Sprachniveaus der Frauen sind unter-schiedlich. Einige von ihnen sprechen fast