2/2021
Schaufenster
Meine Erfahrungen als Volontärinin der Kulturvermittlung
Zauberstab, Butterfass und
Recherche zu Galizien
Zu Beginn meines Volontariats AnfangFebruar fragte ich mich, was ich wohl inden nächsten sechs Wochen erleben würde- denn was macht man in Zeiten, in denenweder Führungen noch Workshops angebo-ten werden können?
Unter der Betreuung von Dagmar Czakund Katrin Prankl stellte ich fest, dass eshinter den Kulissen mehr als genug zu tungibt: Für die geplante Ausstellung FiktionGalizien erstelle ich ein Glossar mit Per-sonen und Orten zur besseren Kontex-tualisierung und suche nach historischenKarten. Dazu bin ich oft in der Bibliothek,wo ich Aufsätze und Buchkapitel durch-forste. Zwischendurch gibt es auch kreativeArbeiten: ich erstelle Take- Away- Bastel-sets zum Beispiel für Zauberstäbe, die vonKindern zu Hause nach meinen Anleitungengestaltet werden können und Vorfreude aufzukünftige Vermittlungsprogramme weckensollen. Die aktuell leerstehenden Räumeim ersten Stock bieten sich wunderbar fürdie gemeinsame Entwicklung neuer Ver-mittlungsformate an, wie etwa einem vonDagmar Czak initiierten inklusiven Improvi-sationstheater, bei dem von Butterfass bisKaffeemühle unterschiedlichste Objektebespielt werden sollen.
Marie- Louise Fürnsinn,Volontärin
Workshop: Von der Neuzeit indie Coronazeit
Zeitgleich mit den ersten Corona- Fällenin Wien im März 2020 startete meinVolontariat in der Kulturvermittlung.Besucher innen sah ich so kaum. EinigeMonate später ergab sich dank einesengagierten Lehrers aber die Möglichkeit,mit einer Schulklasse das Thema Neuzeitzu bearbeiten. Nun hatte ich die Gelegen-heit, einen Workshop zu konzipieren undgleich zu testen. Ich stellte verschiedensteGegenstände zur Auswahl, von denen sichdie Jugendlichen je einen aussuchten.Sie überlegten, was er mit der Epoche derNeuzeit, mit der Dauerausstellung, aberauch mit ihnen persönlich zu tun hat. Überein Adressschildchen kamen wir auf Colum-bus und Mobilität zu sprechen. Ein histo-risches Buch führte zu einer angeregtenDiskussion über die Parallelen der Erfindungdes Buchdrucks und des Internets. Wirsprachen über die Reformation und dieRolle von Religion. Die Rauchstube stießeine Debatte über die Einheit von Arbeitenund Wohnen in Zeiten von Home Office an.Zuletzt landeten wir beim Thema Ernährungund bereiteten einen Kakao zu, wie er im17. Jahrhundert getrunken wurde: aus unge-süßtem Kakaopulver, heißem Wasser undHonig. Da dies eher nach Medizin schmeckt,fügten wir doch Milch und Zucker hinzu undendeten im Hier und Jetzt.
Paulina Kerber,
Volontärin
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