2/2021
Schaufenster
Das Suchtpotenzial derGabelsberger Kurzschrift
Mein Zwischenjahrprojekt im Bereich Quali-fizierung war das Erlernen der GabelsbergerKurzschrift. Ein lange gehegter Wunsch, umendlich lesen zu können, was der Musikthe-oretiker und Komponist Richard Stöhr inseinen in Gabelsberger verfassten Tage-büchern vor mehr als hundert Jahren überden mit ihm befreundeten Rudolf Trebitsch,Arzt und Ethnologe und ein wichtiger Mäzendes Museums, schrieb.
Groß war die Überraschung, als der Kurs,der als Vereinsveranstaltung angebotenwurde, im Nu ausgebucht war und sich auch
die Warteliste rasch füllte. Eine Gruppevon interessierten Personen traf sich nachcoronabedingter Verschiebung schließlichab Anfang September 2020 sieben Mal,um unter der fachkundigen Leitung vonAndreas Kloner die Gabelsberger Kurz-schrift zu erlernen.
Als Übungsbeispiel diente die erste Seiteeines Urlaubstagebuchs vom Sommer 1914aus der Grafiksammlung des Museums.Als diese Seite fertig entbuchstabiert undtranskribiert war, hatte die GabelsbergerKurzschrift bereits ihr Suchtpotenzialentfaltet- alle Teilnehmer* innen wolltenwissen, wie es weitergeht und gründetenspontan eine Arbeitsgruppe. Diese AGwidmete sich nun die nächsten drei Monate
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Die erste Tagebuchseite mit Markierungen für Eigennamen- im Originalmeist unterstrichen bzw. in lateinischer Schreibschrift geschrieben-und Sigel, das sind feststehende Kürzungen für oft gebrauchte Wörterbzw. Silben. Foto: Elisabeth Egger
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