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AUSSTELLUNGEN

Schwarzösterreich.

27. April bis 21. August 2016

Die Kinder afroamerikanischer Besatzungssoldaten

Kinder afroamerikanischer Gls in St. Jakob, 1958. Quelle: Sammlung Lost in Administration

Eröffnung: 26. April 2016, 18.30 Uhr

Eine Wiener Bezirkspolitikerin, ein Lastwagenfahrer aus Idaho,eine Friseurin aus Salzburg und eine Autorin aus Texas sie allesind Teil jener vergessenen Generation, die in den Jahren 1946-1956 als Kinder von Österreicherinnen und afroamerikanischenGls geboren wurden. Zahlreiche dieser Kinder wurden von ihrenMüttern getrennt, in Heimen untergebracht oder zur Pflege undAdoption freigegeben. In Österreich wurde diesen Kindern dieEingliederung in die Gesellschaft ebenso erschwert wie adäqua-te schulische Ausbildung. Viele führten daraufhin ein fast unsicht-bares Leben inmitten der Gesellschaft.

Strategien ermöglicht darüberhinaus auch eine Verbindungzwischen jener ersten Genera-tion schwarzer Österreicherln-nen der Zweiten Republik unddem mittlerweile zahlenmäßigangewachsenen gegenwärti-

gen schwarzen Bevölkerungs-anteil Österreichs herzustelllen.

Zur Ausstellung erscheintein umfassender Katalog imLöcker Verlag. Ein vielfälti-ges Rahmenprogramm sowieerstmals auch eine Zusam-menkunft der betroffenenPersonen aus Amerika undÖsterreich werden währendder Ausstellungsdauer in Wienstattfinden.

Unter dem Ehrenschutz vonBundespräsident Heinz Fischer

Kuratoren:

Niko Wahl, freier Kurator undKünstler, Partner im KulturbüroKollwitz/ Montefiore/ Wahl

Philipp Rohrbach, wissen-schaftlicher Mitarbeiter amWiener Wiesenthal Institut fürHolocaust- Studien( VWI), freier

In den 1950er Jahren wurde ein Teil zur Adoption in die USAgebracht. Auch dort hatten sie aufgrund von Sprachproblemen,ihrem häufig ungeklärten legalen Status und der damals weithingültigen Gesetze zur Rassentrennung eine schwierige Situation.Für das Ausstellungsprojekt am Volkskundemuseum wird dieGeschichte dieser Generation zum ersten Mal einer breitenÖffentlichkeit vorgestellt. Durch einen spezifischen künstlerischenZugang werden im Rahmen dieses Projekts Lebensgeschichten Tal Adler, Künstlersichtbar und verständlich, die aufgrund der langjährigen gesell-schaftlichen Tabuisierung und Diskriminierung nur wenige physi-

sche historische Objekte hinterließen. Der Einsatz künstlerischer

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51. Jahrgang