Porzellaneinsatz für Bierkrugdeckel: Judenspott
- Volkskundemuseum Wien CC PDM 1.0
- InventarnummerÖMV/64384
- Objektart
- Beschreibung
Reiter auf schwarzem Pferd in einer Landschaft, dahinter verlaufender Fond, darüber dreizeiliger erklärender Text in gebogener Form in Frakturschrift. Der Reiter mit Zylinder, Kneifer, Zigarre und weißer Hose entspricht in seinem Aussehen einem antisemitischen Judenbild.
Oberfläche gewölbt, Boden gewölbt, glasiert und ungemarkt. - Hersteller:in
- BeteiligtWalcher von Molthein, Alfred Ritter [Mitwirkende:r bei Erwerb]
- Entstehung
- Material
- Technik
- AbmessungenD: 6,7 cm
- Abbildung / Motiv
- Iconclass
- Assoziation
- Inschrift / AufschriftWie der Nathan Meyerleben seine // Geschäftstour macht, wenn er kein // Geld hat.
- ErwerbungsartDauerleihgabe
- Weiterführende InformationenUhlig, Ottmar Odty: Bierkrug-Deckel. Kleinkunst auf Porzellan-Medaillons. Rosenheim 1980.
- IIIF
- Archiv
- Verwaltende Institution
- URN
Dieses Objekt reproduziert Antisemitismus. Antisemitismus bezeichnet ein Phänomen der Feindseligkeit, Stereotypisierung oder Diskriminierung gegenüber Jüdinnen und Juden, das etwa durch rassistische Theorien oder religiöse Weltanschauungen (christlich geprägter Antijudaismus bzw islamischer Antisemitismus) begründet wird. Antisemitismus markiert – wie Rassismus – eine Gruppe als fremd bzw. anders und wertet sie ab. Ein bemerkenswerter Unterschied zu rassistischer Diskriminierung besteht jedoch darin, dass jüdische Menschen dabei sowohl als „minderwertig“ als auch als „übermächtig“ dargestellt werden – etwa durch Verschwörungsmythen wie die angebliche „jüdische Weltverschwörung“.
Der Antisemitismus hat eine lange Geschichte, die zu Verfolgungen, Gewalt und Mord an jüdischen Personen geführt hat. Im Nationalsozialismus (1933–1945) wurde der Antisemitismus radikalisiert: Aus rassistischer Ideologie heraus wurden Jüdinnen und Juden sowie vom NS-Regime als jüdisch kategorisierte Personen systematisch entrechtet, verfolgt und ermordet. Etwa sechs Millionen Menschen wurden getötet. Dieser Völkermord wird als Schoah oder Holocaust bezeichnet.
Bis heute zieht sich Antisemitismus in der Intensität variierend durch die Gesellschaft, etwa in Form von Schuldabwehr in Österreich und Deutschland (bspw. durch Relativierung oder Leugnung des Genozids) oder neuen Verschwörungserzählungen. Zu einem erneuten Erstarken kommt es aktuell beispielsweise im Rahmen des Nahostkonflikts.
Das Volkskundemuseum Wien distanziert sich ausdrücklich von antisemitischen, diskriminierenden, rassistischen und sexistischen Inhalten sowie von NS-Ideologie und sonstiger Propaganda. Objekte mit problematischem Inhalt bleiben jedoch zum Zweck der Bildung und Forschung sichtbar.
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