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Heilige in Europa - Kult und Politik : [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 26. Oktober 2010 bis 13. Februar 2011]
Entstehung
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Im Verlauf des Föderationsfestes von 1790wurde von allen Anwesenden der Eid am,, Altar des Vaterlandes" auf die Nation, dasGesetz und den König geleistet. Das Bildzeigt den Kommandanten der Nationalgarde,Marquis de Lafayette, der den Schwur als er-ster ablegte. Er hatte in den amerikanischenUnabhängigkeitskriegen gekämpft und warbereits zu einer republikanischen Symbolfi-gur geworden. KP

4.3.5

Französischer RevolutionskalenderFranzösischer Revolutionskalender oder auchRepublikanischer Kalender mit einer Samm-lung von Hymnen und patriotischen LiedernParis, 1795

H: 13,5 cm, B: 8,5 cm, T: 2 cmÖsterreichische Nationalbibliothek, Wien,110.620- A.Alt Mag

Als Zeichen des Bruchs mit den alten Ord-nungen wurde im Laufe der FranzösischenRevolution der Gregorianische Kalenderin Frankreich abgeschafft und eine neueZeitrechnung eingeführt. Gezählt wurdein Jahren der Republik". Das Jahr 1 wurdemit der Ausrufung der Republik angesetzt,das war nach Gregorianischer Rechnungder September 1792. Die zwölf Monate desJahres wurden nach jahreszeitlichen Gege-benheiten neu benannt und in je 30 Tage zuje drei Dekaden mit je 10 Tagen unterteilt.Napoleon Bonaparte führte als Geste an denPapst und das eroberte Europa im Jahr 1808den alten Kalender wieder ein. KP

Lit.: Rudolf Wendorff: Zeit und Kultur. Geschichtedes Zeitbewußtseins in Europa. Opladen 1985³.

4.3.6

Maifestschrift 1904

Wien, 1904

H: 42 cm, B: 30 cm

Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung, Wien

In Österreich versuchte anfänglich dieSozialdemokratie unter Victor Adler derArbeiterbewegung eine höhere Weihe undErhabenheit zu verleihen, indem sakraleElemente, etwa bei den Maiaufmärschen,bewusst eingesetzt wurden. Der Artikel Das neue Evangelium" in der Festschriftzum 1. Mai 1904 verdeutlicht die religiöseAufladung durch eine Erlösungshoffnung,die in den Sozialismus gelegt wurde. KP

4.3.7

Begräbnis von Franz SchuhmeierPolizeiliche Überwachungsfotos,eingeklebt in ein AlbumWien, 1913

H: 22 cm, B: 34 cm

Bundespolizeidirektion Wien, HistorischeDokumentationsstelle

Idole zur Nachahmung und Verehrungbrachten- analog zu dem einsetzendenFigurenkult um Helden und Diven- auchdie politischen Parteien hervor. Ein frühesösterreichisches Beispiel ist Franz Schuh-meier( 1864-1913), der Volkstribun vonOttakring", der neben Jakob Reumann einerder ersten beiden sozialdemokratischenAbgeordneten zum Wiener Gemeinderatgewesen ist. Schuhmeier war schon zu Leb-zeiten überaus beliebt und verehrt; an seinemTrauerzug nahmen mehrere hunderttausendMenschen teil. Schuhmeier war von PaulKunschak, dem geistig verwirrten Bruderdes christlich- sozialen Politikers LeopoldKunschak, erschossen worden. KP

4.3.8

4.3.8

Hl. Josef im Haus NazarethKastenbild, Figuren wachsbossiertDetailreiche Wiedergabe des Interieurs,durch Stiege zweigeteilt, in der einen HälfteKüche, darin Maria am Spinnrocken und dasJesuskind mit Besen, in der anderen Zimmer-mannswerkstatt, darin Josef mit Säge

Wien, um 1850

H: 39,8 cm, B: 45,2 cm, T: 31,2 cmÖsterreichisches Museum für Volkskunde, WienÖMV/ 53.039

Der erstarkenden Arbeiterbewegungsuchte die katholische Kirche ihre eigenenKultfiguren entgegenzusetzen. Allen vorander Hl. Josef als Zimmermann wurde zumArbeiterpatron aufgebaut. An seinem Fleißund seinem Einsatz für die Familie solltensich die Arbeiter ein Vorbild nehmen. Dassdie Situation eines Handwerkers und einesIndustriearbeiters kaum miteinander zu ver-gleichen sind, blieb dabei ausgeblendet. KP

Transformation

Shalioutons

4.3.7

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