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Heilige in Europa - Kult und Politik : [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 26. Oktober 2010 bis 13. Februar 2011]
Entstehung
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3.3 Invocatio

Heilige werden um Beistand angeru-fen- das ist ihre wichtigste und imBewusstsein der Gläubigen präsentesteFunktion. Sie birgt freilich auch die Ge-fahr jenes sekundären Polytheismusin der römisch- katholischen Kirche, vordem von offizieller Seite immer wiedergewarnt wird. Theologisch gesehenlegen die himmlischen Helfer ja bloẞFürsprache bei der obersten göttlichenInstanz ein, eine Vermittlungsfunktion,die sich auch in der liturgischen Formder Fürbitten zeigt.

EXVOTON796

Tradition

3.3.1

3.3.1

Votivbilder

Konvolut von Votivbildern( hier HI. Nikolaus)aus dem Bestand des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde

Votivbilder, mit denen ein erhaltenerGnadenbeistand kundgetan wird, sind nichtnur die populärsten Zeugnisse sogenannterVolksfrömmigkeit, sondern galten lange auchals typische Beispiele einer anonymen Volks-kunst. Übersehen wurde dabei, dass sie in derRegel serienmäßig hergestellt worden sind,wobei ihre großteils unbekannt gebliebenenProduzenten meist malende Handwerker,zuweilen auch akademisch ausgebildeteKunst- und Kirchenmaler waren. HN

Lit.: Lenz Kriss- Rettenbeck: Das Votivbild.München 1961.

3.3.2

Ex voto- SteintafelMarmor

Eingemeiẞelte Inschrift: Hl. J. Thaddäuswir danken Dir, hilf weiter. F. SZIVATZ"H: 20 cm, B: 29 cm, T: 2 cm1. Hälfte 20. Jh.

Leihgabe Martin Schmeiser, Wien

Steinerne Votivtafeln mit meist auf die For-mel Bitte und Dank" reduzierter Inschrifthaben ab Anfang des 20. Jahrhunderts dasVotivwesen zu dominieren begonnen und diegemalten Votivbilder großteils abgelöst. HN

Lit.: Leopold Schmidt: Das deutsche Votivbild.In: Ders.: Volkskunde als Geisteswissenschaft. Ge-sammelte Abhandlungen zur geistigen Volkskunde(= Handbuch der Geisteswissenschaften, Bd. 2).Wien 1948, S. 103-126.

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