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Neben den universellen Kunstgewerbesammlern gab es auch eine Reihe von ausgesprochenenSpezialisten. Klaus Marquardt führt in seinem Buch" Europäisches Eẞbesteck aus acht Jahrhunderten.Eine Kunstsammlung" eine Anzahl dieser Persönlichkeiten namentlich an und verweist auf dasSchicksal ihrer Sammlungen, die in der Regel im Auktionshaus endeten. Ein großer Teil davon landetein den Museen.
Auf einen ähnlichen Werdegang blickt die Petermandl'sche Messersammlung im Heimathaus von
Steyr, Oberösterreich, zurück.4 Sie verdankt ihre Existenz der Liebhaberei eines originellen und hochbe-gabten Mannes, der sich bereits seit seiner Jugendzeit zu den Messern hingezogen fühlte und dasMessersammeln zu seiner Passion machte.
Anton Petermandl, am 2. Juli 1820 in Linz geboren, entstammte einer Salzburger Pflegerfamilie.5Seine Kindheit verbrachte er in Salzburg, wo er auch das Gymnasium besuchte. Beruflich war er alsRechnungsoffizial 1. Klasse in der Provinzial- Staatsbuchhaltung in Salzburg tätig. Nach seiner Pensio-nierung arbeitete er als Buchhalter und Verwalter in verschiedenen geistlichen Institutionen der Stadt.Seine sparsame Lebensführung machte es ihm möglich, zahlreiche Reisen zu unternehmen, von denener stets Messer mit nach Hause brachte. So war im Laufe der Jahre eine stattliche Sammlung zustandegekommen, die er im Jahre 1880 anlässlich eines Anthropologentages in Salzburg erstmals präsentier-te. Damit gelang es ihm, breites Interesse in der Öffentlichkeit zu wecken und sogar die Aufmerksam-keit von Kronprinz Rudolf auf die Sammlung zu lenken.
Im Jahre 1882 wurde Anton Petermandl als Kustos an die k.k. Fachschule und Versuchsanstalt fürEisen- und Stahlindustrie in Steyr berufen und seine Sammlung, die ab diesem Zeitpunkt in der Fach-schule untergebracht war, vom Staat angekauft. In den Jahresberichten dieser Anstalt lässt sich dasAnwachsen der" Petermandel'schen Messersammlung" in den folgenden Jahren gut nachvollziehen.Der sechste Jahresbericht enthält nämlich einen" Katalog über die Erwerbungen für dieselbe seitderen Uebergabe an das hohe Aerar mit Ende des Jahres 1882 bis inclusive 1889".6 Darin werden abNummer 1263 sämtliche Messer nach Art und Herkunft beschrieben. Demnach umfasste die ausSalzburg mitgebrachte Sammlung 1262 Stück, die bis zum Jahr 1889 auf 2621 Stück anwuchs. 360Stück davon kamen geschenkweise, 567 durch Ankauf und 442 über Vermittlung der Konsulate ausdem nahen und fernen Osten hinzu. Petermandl, der am 28. September 1900 starb, ordnete seineSammlung nach regionalen Gesichtspunkten. Als diese im Jahr 1916 auf annähernd 4000 Objekteangewachsen war, musste sie wegen Platzmangels leihweise an das Technische Museum in Wienabgegeben werden, ehe sie in den fünfziger Jahren wieder in das neu errichtete Eisenmuseum nachSteyr zurückkehrte.7
Das Heimatmuseum Steyr beherbergt aber wesentliche Teiler einer weiteren Besteck- und Messer-sammlung, die von einem bedeutenden Bürger der Eisenstadt angelegt worden war, nämlich jene desGrafen Lamberg.
Franz Emmerich Graf von Lamberg( 30.4.1832- 18.9.1901) konnte es sich dank seiner reichen Besitz-ungen leisten, sich bereits mit 30 Jahren ins Privatleben zurückzuziehen, um seiner Sammelleiden-
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