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Messerscharf : Reflexionen über einen Alltagsgegenstand ; [Österreichischer Museum für Volkskunde, 31. August 2003 bis 31. Jänner 2004]
Entstehung
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im Katalog die prähistorischen Messer, die von der Abteilung für Ur- und Frühgeschichte des Natur-historischen Museums für die Ausstellung zur Verfügung gestellt wurden, ebenso die von verschiede-nen Firmen beigesteuerten Beispiele gegenwärtiger Messerproduktion. Ein Blick in die Spezialgeschäfteund in die Kataloge alteingesessener Firmen zeigt nämlich, wie sehr ein scheinbar zeitloser Gegen-stand sowohl technischen als auch ästhetischen Neuerungen unterliegt. Abgesehen von den moder-nen Designs können die Messer mit einer neuen Qualität aufwarten, die sie neuerdings wieder zubegehrten Sammelobjekten macht.

Indem sich unser Katalog ganz bewusst ausschließlich auf die historische Besteck- und Messersamm-lung des Österreichischen Museums für Volkskunde, die hier erstmals im Verlaufe seiner über hundert-jährigen Geschichte präsentiert wird, beschränkt, offenbart sich gleichzeitig ein nicht geringes Defizit.Denn der Bestand an Bestecken, Messern, Löffeln und Gabeln macht deutlich, dass etliche Bereichedieser umfassenden Thematik ausgespart blieben, dass vor allem der Anschluß an die gegenwärtigeMesser- beziehungsweise Besteckproduktion verpasst wurde. Die Beschränkung auf" AlpenländischeBestecke und Messer von volkstümlicher Artung", wie es der Titel des eingangs zitierten Beitrages vonMichael Haberlandt signalisiert, brachte es mit sich, dass etwa kein mehrteiliges Besteck eines bürger-lichen Haushaltes in der Sammlung zu finden ist. Eine Leihgabe der Museen des Mobiliendepots solldiese Lücke in der Ausstellung schließen.

Die Ausstellung versteht sich daher vor allem als Anstoß, der vielfältigen Erscheinungs- und Verwen-dungsweise des Messers innerhalb unserer alltäglichen Kultur neuerlich vermehrte Aufmerksamkeit zuschenken. Es gilt das Bewusstsein zu schärfen und das Messer über seine banale Funktion hinaus alsBedeutungsträger für den Menschen zu erkennen. In diesem Sinne ist auch der Titel der Ausstellungzu verstehen: Messerscharf möchte zu Reflexionen über einen Alltagsgegenstand auffordern!

Die Museumsleitung dankt allen, die zum Gelingen der Ausstellung beitrugen: den Leihgebern, denKooperationspartnern und ganz besonders den Sponsoren, insbesondere dem Bundesministerium fürBildung, Wissenschaft und Kultur, weiters dem Team, das die Verbindung zu den Firmen herstellte,und jenen die unmittelbar zur Verwirklichung der Ausstellung beitrugen. Ein besonderer Dank gilt FrauMag. Kathrin Pallestrang, die die Ausstellung mit Umsicht kuratierte.

Franz Grieshofer

1 Haberlandt, Michael: Österreichische Volkskunst. Aus den Sammlungen des Museums für österreichische Volkskunde in Wien.Illustrierter Textband und 120 Tafeln. Wien 1911

2 Haberlandt, Michael: Alpenländische Bestecke und Messer von volkstümlicher Artung. In: Werke der Volkskunst. Hg. vonMichael Haberlandt, III. Band, Wien 1917, 1-7, 3 Abb.

3 Schmidt, Leopold: Volkskunst in Österreich. Wien 1966, Abb. 53, 54, 55

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Beitl, Klaus: Volksglaube. Zeugnisse religiöser Volkskunst. Salzburg 1978, Abb. 6 a- g

5 Benker, Gertrud: Alte Bestecke. Ein Beitrag zur Geschichte der Tischkultur. München 1978, Abb. 353, 354, 357, 358, 360

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