meltätigkeit eines Volkskundemuseums leiten, hat Viktor Lede-rer die frühen Bilder eines ,, Burgenländischen Hofes aus Traus-dorf, 1961", des ,, Getreideschüttkastens eines Hofes in St. Mar-garethen, 1962", der„ Scheunenzeile in der Hintergasse von St.Margarethen, 1970" und das„, Altfrauenbildnis der 80jährigenTeta Marizza aus Trausdorf, 1964" an Ort und Stelle nach der Na-tur, im ,, Gelände" würde der volkskundliche Feldforscher sagen,geschaffen. Es handelt sich also um keine Auftragskunst, son-dern um frei gestaltete künstlerische Zeugnisse, die aber imRahmen des Museums unter dem besonderen Aspekt der Volks-kunde betrachtet werden können. Mit diesem ersten Erwerbun-gen von Arbeiten Viktor Lederers für die ,, Neue Galerie" desÖsterreichischen Museums für Volkskunde ist der Grund gelegtworden für eine regelrechte Spezialkollektion dieses Künstlers,die heute mehr als zwanzig Werke umfaßt.
Andere öffentliche Sammlungen, insbesondere die Moderne Ga-lerie des Burgenländischen Landesmuseums, die Burgenländi-sche Landesregierung, das Bundesministerium für Unterrichtund Kunst, das Niederösterreichische Landesmuseum der Ma-gistrat der Stadt Wien, die Arbeiterkammer Burgenland, die Ei-senstädter Bank und die Wiener Städtische Versicherung habendem bescheidenen Wiener Künstler längst auch ihre Anerken-nung gezollt, was in den Leihgaben der betreffenden Stellen zudieser ersten umfassenden Personalausstellung zum Ausdruckkommt. Doch scheint die Bindung des Malers an das Österrei-chische Museum für Volkskunde in Wien über Jahre hinweg ei-ne besonders enge geworden zu sein, nicht zuletzt wohl auf derGrundlage eines besonderen menschlichen Eingehens desSammlers auf die Persönlichkeit des Künstlers, wie sie am be-sten wohl in der Bewertung von Viktor Lederer durch LeopoldSchmidt zum Ausdruck kommt: ,, Das Waldviertel hat es( auch)dem jungen Viktor Lederer angetan, der beinahe nur zwei Land-schaften, nämlich das nördliche Waldviertel und das Burgen-land zu kennen scheint. Er hat zunächst die Bauernhöfe inTrausdorf und in St. Margarethen gemalt, früher eher düster,heute mehr hellfarbig und aufgelockert. Einige Aufenthalte imWaldviertel haben ihm auch Waldviertier Dörfer nähergebracht,wie Mold bei Horn, von wo ein großes Ölbild im SchloßmuseumGobelsburg hängt. Aber besonders wichtig war seine Hinwen-dung zu den bäuerlichen Menschen. Er hat bei den geduldigenalten Frauen im nördlichen Burgenland angefangen, und ist
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