Vorwort
Ausstellungen haben ihre eigene Gesetzlichkeit, vielleicht auchzum eigenen Nachteil. Man geht hinein und bleibt trotzdem einAußenstehender, weil man sich Bilder und Kunstwerke eben nurangeschaut hat. Auf diese Weise wird der Besucher einer Aus-stellung weder dem Künstler noch dem Werk gerecht.
Alles, was vor dieser Oberflächlichkeit einer Begegnung mitKunstwerken bewahren kann, bietet Anhaltspunkte, die ausdem beabsichtigten Besuch ein existentielles Erlebnis werdenlassen. Daß in Kittsee ein Ehepaar ausstellt, müßte schon als er-ste Anregung zu einer bewußteren Auseinandersetzung mit ih-rem Werk verstanden werden. Potenziert wird diese Tatsachedurch die Abstammung von Frau Lederer- Chesham. Sie ist einegebürtige Engländerin. Ihre Begeisterung für das Burgenland istdeshalb eine Herausforderung an alle, die nur die Augen zu öff-nen brauchten, um dieses Land zu sehen. Sie werden nachdenk-lich werden angesichts der Faszination von Bildern, die weitmehr zeigen, als sie je in ihrer gewohnten Umgebung bemerk-
ten.
In diesem doppelten Impuls liegt die Chance und auch die Be-sonderheit dieser Ausstellung. Es wird eine Art von Ergriffenheitvermittelt, ein bleibender Eindruck vom Burgenland, das in sei-ner Art und Aussage zu fesseln vermag. Dem Ausstellungsbesu-cher wird die Gelegenheit geboten, das Werk als persönlichesBekenntnis aufzunehmen und sich auf die Spur jener Erlebnissezu begeben, von denen die Bilder geprägt sind. Eigene Gefühleund Empfindungen stehen plötzlich nicht mehr im Gegensatzzur täglich erfahrenen Wirklichkeit, sondern werden zu jenerHarmonie geformt, die uns die Umgebung Landschaften,Menschen, HäuserEine Ausstellung, die ihre Besucher mit diesem Eindruck ent-läßt, hat ihren Sinn erfüllt. Ich erwarte, daß die persönlich enga-gierte Einladung der beiden Künstler eine adäquate Annahmefindet. Die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls gegeben.
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als Geschenk erleben läßt.
Der Landeshauptmannvon Burgenland:
THEODOR KERY
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