schlossenen Bereichen nur neue Ausdrucksmittel, sie sahenihre Primitivwelten Glossar ::: zum Glossareintrag Primitivwelten weder als Volkskundier noch als romanti-sierende Archäologen, sie benutzten den neuen Formenschatzals Stimulans für das durchaus Eigene, das sie zu sagenhatten.
Was Ernst Köller in diesem Zusammenhang über Franz von Zülowund die österreichische Volkskunst schreibt, trifft voll und
ganz auch auf Ernst Huber zu 10): Er findet in der bäuerlichen
Welt genau das, was er suchte- nämlich Freude an ungebro-chenen, leuchtenden Farben, an strenger, stilisierender, sym-metriegebundener Ordnung, am naiven Schnörkel ebenso wie angänzlicher Unterordnung unter die tektonischen und material-gegebenen Voraussetzungen des Objektes, sei es nun ein Klei-derschrank, eine Truhe, ein Keramikkrug, ein Kachelofen. DieBeziehung zur" Volkskunst" erscnöpfte sich bei Zülow und Hu-ber aber nie in der Imitation, sondern sie strebten nureine grundsätzliche Übereinstimmung an, bei der sie sich aberihrer eigenen, vielfältigen graphischen, malerischen und
kunstgewerblichen Mittel bedienten 11). Sie versuchten nichts
anderes, als die allgemeine Freude an der bunten und naivenWelt des ländlichen Schaffens, das es freilich nur bei vor-dergründiger Betrachtung gibt, in praktisch, angewandter Wei-se umzusetzen.
Gleichzeitig mit den Bestrebungen, der" Volkskunst" im Rahmendes Kunstgewerbes einen neuen Stellenwert einzuräumen undmit der Beachtung, die die Hinterglasbilder und Votivtafelnvon Seiten des" Blauen Reiter" erfahren, erwacht auch daswissenschaftliche Interesse an dieser Thematik. In diesemZusammenhang ist auf das 1894 erschienene Büchlein" Volks-kunst, Hausfleiß und Hausindustrie" des Kunsthistorikers
Alois Riegl zu verweisen 12). Es stellt, wie Leopold Schmidt
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