und gegessen. Die großen Weihnachts- Lebzelten weisen vor allem die An-betung des neugeborenen Jesuskindes durch die Hirten( 7, 9) auf. Die Hir-ten sind meist barock stilisiert, sie führen die in unseren Landen kaumüblichen Kellenstäbe 8. Die Darstellungen der Anbetung der hl. drei Könige( 6, 7 R) gehen zum Teil noch auf Holzschnitte des 16. Jahrhunderts zurück.Es gibt aber auch Model mit der gleichen Darstellung, die noch der Spät-gotik entstammen. Da„ Dreikönig" als Großneujahr, als das eigentlicheNeujahrsfest galt, erscheint die Betonung durch diese Bildgebäcke besondersverständlich. Die in den Weihnachtsbildern schon hervortretende Madonnafindet sich auch auf einzelnen Lebzelten selbständig 10. So als mittelalter-liche Wallfahrtsmadonna( 10), oder auch direkt als erkennbares Gnaden-bild, beispielsweise der Mariahilf( 60 R), die wohl direkt das Wiener Gna-denbild wiedergibt 11. Nur hier scheint es doch möglich, daß die andereSeite des Models( 60 A) einen Hanswurst darstellt. Aber man bedenke, daßsich Stranitzkys Wohnhaus im gleichen Bezirk befand, nur unten an derWien, wogegen die Mariahilf- Kirche oben darüber auf der steilen altenFluẞböschung steht 12. Neben die Mariendarstellungen kann das Jesuskindtreten. Es haben sich mehrere Lebzeltenmodel mit dem gekrönten segnendenKind erhalten( 3, 25), die vermutlich auf das vielverehrte Prager Jesukindzurückgehen 13. Seine Verehrung wurde durch das kleine Andachtsbild sogefördert, daß den Modelstechern sicherlich diese graphischen Vorlagen zurVerfügung standen 14. Jesus als Opferlamm erscheint in den seltenen Dar-stellungen des Agnus Dei, des Osterlammes gegeben. Einmal( 30) erscheintes in einem großen Herzen eingeschrieben, aber auch zusammen mit demABC( 51 A) kommt es vor 15. Christus in der Passion, das ist eine eigeneGruppe. Christus am Ölberg findet sich als Gegenstück zur Dreikönigs-szene( 6 R). Sinnbildlich wird Christus durch den Pelikan vertreten, denVogel also, der sich der Legende nach für seine Jungen die Brust aufreißt
7 Walzer, Liebeskutsche, S. 123.
8 Arthur Haberlandt, Volkskunde des Burgenlandes, S. 64, Nr. 6 a.Arthur Haber-
9 Fritz Arens, Taf. 45, Abb. 65, Taf. 24, Abb. 14.
landt, Volkskunde des Burgenlandes, S. 64, Nr. 3.
10 Haberland t, ebendort, S. 64, Nr. 9 a.
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11 Hans Aurenhammer, Die Mariengnadenbilder Wiens und Nieder-österreichs in der Barockzeit(= Veröffentlichungen des Österreichischen Museumsfür Volkskunde, Bd. VIII). Wien 1956. S. 119 ff.
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12 Ernest Blaschek, Mariahilf einst und jetzt(= Wiener Heimatbücher,o. Nr.). Wien und Leipzig 1926. S. 128.
18 Walzer, Liebeskutsche, S. 118.
14 Arthur Haberlandt, Volkskunde des Burgenlandes, S. 64, Abb. 1und 2.
15 Fritz Arens, Taf. 35, Abb. 39 und Taf. 47, Abb. 72.Haberlandt, Volkskunde des Burgenlandes, S. 64, Nr. 7 b.
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