zeitszügen bis zu den Federbildern, war aber anscheinend schon zur Goethe-zeit für den Fremdenverkehr, als Reiseandenken für die Badegäste vonKarlsbad, Franzensbad und Marienbad bestimmt, was gerade in den Samm-lungen nicht übersehen werden darf.
Versucht man nun über diese Fülle von dicht gearbeiteten Bestandsauf-nahmen etwas hinauszublicken, so wird man finden, daß sich einige Folge-rungen im Sinn der geographischen wie der historischen Methode der Volks-kunde aufdrängen. Was die kulturgeographischen Zusammenhänge betrifft,so bleibt zunächst selbstverständlich daran festzuhalten, daß das Egerlandein nordbairisches Gebiet war, mit einer frühhochmittelalterlichen Besied-lung unter den Babenbergern und den Vohburgern. Die Mundart hat diesegeschichtliche Beziehung festgehalten, sie ist als nordbairisch erkannt wor-den 85, mit dem Anschluß an die Oberpfalz, und sicherlich mit einer ge-wissen Stützung durch die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum BistumRegensburg 86. Wenn in der Frühzeit der Bauernhausforschung dennochgute Kenner wie Anton Dachler die Haus- und Hofformen als„, fränkisch"ansprachen, so ist das als Versuch zu werten, die Egerländer Vierseithöfemit den traufseitig aufgeschlossenen Wohnbauten deutlich von den altbairi-schen Hausformen abzuheben 87. Einen gewissen Einfluß auf diese Bestim-mung hat sicherlich auch das Fachwerk gehabt, dessen Ausgestaltung durchbegabte Zimmerleute, die den ganzen alten Westen des Reiches gesehenhatten, noch nicht einsichtig war. Die in der Wiener Hausforschung nochlange Zeit übliche Bezeichnung als ,, fränkisch- mitteldeutsch" 88 ging jeden-falls weit weniger in die Irre als Goethe, der einstmals die Egerländer als,, Sorben" bezeichnet hatte, weil ihm die trachtlichen Ähnlichkeiten mit denAltenburgischen Bauern aufgefallen war 89. Dabei waren deutliche Be-ziehungen zu den benachbarten Franken im Bamberger Land ebenso gegebenwie zu jenen im Nürnberger Umland, und andererseits sicherlich auch Ver-bindungen zu den mitteldeutschen Landschaften von Sachsen- Altenburg bisnach Thüringen und noch darüber hinaus. Nicht wenige der oft kleinen,aber doch analysierbaren Einzelheiten etwa auf den Gebieten der Trachten
85 Ernst Schwarz, Sprache und Siedlung in Nordostbayern. Mit 13 Abb.im Text, einer Grundkarte und 15 Deckblättern(= Erlanger Beiträge zur Spracheund Kunstwissenschaft, Bd. IV), Nürnberg 1960.
86 Adam Winter, Gewaltsame Lostrennung des Egerlandes von derDiözese Regensburg und Einverleibung in Prag durch die böhmische Staatsgewalt( 1783-1817) nach den Originalakten im bischöflichen Archiv zu Regensburg( in:Das Christentum im Ascher Gebiet und dessen Nachbarschaft. Selb 1929).
87 Anton Dachler, im Textband des Mappenwerkes„ Das Bauernhausin Österreich- Ungarn".
88 Arthur Haberlandt, Zur Frage nach Herkunft und Geltung derBenennung fränkisches Haus“,„, fränkisches Gehöft"( Wiener Zeitschrift fürVolkskunde, Bd. XLVII, 1942, S. 44 ff.).
80 Sebastian Grüner, Über die ältesten Sitten und Gebräuche der Eger-länder. Hg. Alois John. S. 10 ff.
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