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Alte Volkskunst aus dem Egerland : Katalog
Entstehung
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zeugt, daß das Gebiet des Fachwerkbaues identisch mit dem deutschenSiedlungsgebiet sei. Man hat sich von tschechischer Seite noch viel späterbemüht nachzuweisen, daß die Karte keine direkte Übereinstimmung vonSprache und Hausform zeigt 70. Freilich decken sich die Gebiete dennochrecht weitgehend, aber das hat doch zum Teil wenigstens mit den Wande-rungen der deutschen Zimmerleute zu tun. Das bisher einigermaßen über-sehene Kapitel vom Anteil der Handwerker an der Volkskunst war hierneu angeschnitten. Gerade das galt aber, wie man aus den Beständen nundoch herauslesen konnte, für die Egerländer Volkskunst auf den verschie-densten Gebieten. Zimmerleute, nicht etwa Bauern, bauten die Fachwerk-teile des Egerländer Bauernhauses. Tischler und Tischlermaler schufen zuden Hochzeiten die bemalten Weichholzmöbel, die sehr deutlich beweisen,daß hier keine Dilettanten am Werk waren 71. Und das keramische Ge-schirr, es konnte ja nur von Hafnern kommen. Auf der einen Seite dasharte Steinzeug aus Wildstein, womöglich mit der Sandsplitterauflage 72,auf der anderen Seite der weiße hafnerkeramische Teller mit der blauenBemalung 73. Längstens hier stellten sich schon weitere Fragen: Die Fach-werkwände wiesen offensichtlich keine christlichen Zeichen auf; die Möbelwaren, bis auf jene der Mendlinger Gruppe, mit mehr oder minder modi-schen Szenen bemalt; das gesamte Geschirr, ob Wildstein oder Eger, kanntekeine religiösen Symbole, was vor allem beim Vergleich mit den alpenländi-schen Majoliken so stark ins Auge springt.

Was man hier beobachten konnte, ließ sich auf die Tracht übertra-gen 74. Daß die weiten, harten, bockledernen Männerhosen nur von Leder-hosenschneidern gemacht werden konnten, dürfte immer selbstverständlichgewesen sein. Auch die auffällig geteilten Lederhosenträger stammten zwei-fellos von den gleichen Handwerkern. Der von den Egerländer Bauern mit

Bruno Schier, Johann Georg Fischer( 1742-1793), ein Meister desEgerländer Fachwerkbaues( Volkswerk. Jahrbuch des Staatlichen Museums fürdeutsche Volkskunde, Bd. I, Jena 1941, S. 123 ff.).

70 Josef Vařeka, Die Kulturgrenze des Fachwerkes in der Entwicklungdes westböhmischen Bauernhauses( Festschrift Matthias Zender. Studien zu Volks-kultur, Sprache und Landesgeschichte. Bd. I, Bonn 1972, S. 237 ff., Karte aufS. 244).

71 Leopold Schmidt, Bauernmöbel aus Süddeutschland, Österreich undder Schweiz. Wien 1967. S. 104 ff.

72 Josef Horschik, Beiträge zur Geschichte des Wildsteiner Töpfer-handwerks( in: Volkstümliche Keramik aus Europa. Zum Gedenken an PaulStieber. München 1976. S. 93 ff.).

73 Alois John, Über Hafnerei und Töpferei im Egerlande( Zeitschriftfür österreichische Volkskunde, Bd. XVI, 1910, S. 197 f.).

Hermann Jedding, Volkstümliche Keramik aus deutschsprachigen Län-dern( Bilderhefte des Museums für Kunst und Gewerbe, Hamburg, 13), Ham-burg 1976. Abb. 65, 66, Text S. 18.

74 Michael Müller, Die Egerländer Tracht im 19. Jahrhundert( UnserEgerland, Bd. II, 1898, S. 1 f.).

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