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Alte Volkskunst aus dem Egerland : Katalog
Entstehung
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kannt wurde, wie es dies seiner Bilderfülle nach wohl verdient hätte.Schließlich waren hier die ersten 30.000 Inventarstücke des Museums soausgewertet wie sie es eigentlich nie wieder werden sollten. Immerhin, dieheranwachsenden Volkskunstforscher einer jüngeren Generation lernten dieStücke aus den vorzüglichen Lichtdrucken dieses Werkes besser kennen alsaus der alten Aufstellung in der Wiener Börse.

Auch für diese hatte freilich die Stunde bereits geschlagen. MichaelHaberlandt war es im gerade noch möglichen letzten Moment gelungen,das leerstehende Gartenpalais Schönborn in der Laudongasse von der Ge-meinde Wien zugewiesen zu bekommen, und organisierte Transport undErstaufstellung. Mit ihm schuf sein Sohn Arthur Haberlandt diese ersteGesamtaufstellung, die etwa vierzig Jahre Bestand haben sollte. Und in dieserAufstellung bekam das Egerland immerhin im Erdgeschoß eine eigene Möbel-stube 59, was auch wieder in Eger dankbar zur Kenntnis genommen wurde 60.

Es war also in Wien durch die Ankäufe der Jahre vor dem Ersten Welt-krieg, ja noch während dieses Krieges, eine durchaus ansehnliche Quer-schnittsammlung zur Egerländer Volkskunst entstanden. Glückliche Zufälleführten auch immer wieder Widmungen von Privatsammlungen ins Haus,die mitunter bemerkenswerte Ergänzungen darstellten. So besaß das Mu-seum nun schon eine kleine Reihe von gemalten Brautzügen. Aber der großeVolksliedsammler Konrad Mautner konnte 1918 doch noch ein besondersmerkwürdiges Stück der Gruppe zustandebringen, nämlich die auf Papiergemalten kleinen Einzelfigürchen jeweils auf ein skelettiertes Eichenblattaufgeklebt 61. Diese Behandlung war sonst andernorts für kleine Wall-fahrtsbildchen üblich; warum man sich gelegentlich im Egerland damitabgegeben hat, läßt sich wohl kaum sagen.

Viele ähnliche Funde, Spenden und Ankäufe trugen zum guten Ruf desMuseums als einer Sammelstelle der Volkskunst der Deutschen in Böhmenbei. 1936 konnte Gustav Jungbauer geradezu schreiben:, Den größten Be-stand an sudetendeutschen Volkskunstwerken weist das Wiener Museumfür österreichische Volkskunde auf" 62. Das war angesichts der großen Ke-ramikbestände aus Mähren etwa oder der vielen Krippen aus Nordböhmendurchaus nicht übertrieben. Für das Egerland galt es nur cum grano salis,

59 Arthur Haberlandt, Führer durch das Museum für Volkskunde.Neuausgabe. Wien 1930. S. 52, Raum XIV.

60 F. Puchtlinger, Ein Stück Heimat in der Fremde. EgerländerVolkskultur im Museum für Volkskunde in Wien( Unser Egerland, Bd. XXXIX,1935, S. 14 ff.).

61 Österr. Museum für Volkskunde, Inv.-Nr. 36.399 ff.

Mautner beschäftigte sich damals gerade mit Trachtenbildern und kaufteviele an, behielt aber in der Regel nur die auf Steiermark bezüglichen. Vgl.Mautner, Umfrage wegen Trachtenbildern( Wiener Zeitschrift für Volkskunde,Bd. XXVII, 1921, S. 20 f.).

82 Gustav Jungbauer, Deutsche Volkskunde mit besonderer Berück-sichtigung der Sudetendeutschen. Brünn- Prag- Reichenberg 1936. S. 227.

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