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Alte Volkskunst aus dem Egerland : Katalog
Entstehung
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werk", das die größte Kulturgeschichte und Volkskunde der Monarchiewerden und bleiben sollte 33. Es war gewiß nicht leicht, in den einzelnenLändern und Landesteilen Schriftsteller und Künstler zu finden, die ent-sprechend eingelebt waren. Für den Band ,, Böhmen I" übernahm der tätigeSchriftsteller Anton August Naaff die Aufgabe, das ,, Volksleben der Deut-schen in West-, Nord- und Ostböhmen" zu schildern, und man muß zu-geben, daß er für seine Zeit, 1894, ohne direkte Vorlagen eine beachtliche,sachliche aber doch warmherzige Schilderung bot 34. Es kamen bereits allespäter geläufigen Teilgebiete der Volkskunde zu Wort, einschließlich einerkleinen Volkscharakteristik, wie man sie ja später kaum mehr gewagt hat.Aber Naaff schrieb durchaus bewußt: Der echte Egerländer vom altenguten Schlag ist eine tüchtige, kernfeste Bauernnatur, ebenso arbeitsstark alslebensfroh, meist rauh und derb nach außenhin, doch gut und gediegen imInnersten. Insbesondere der richtige Bauer des Egerlandes ist eine Art Volks-edelmann, dessen Geschlecht, oft jahrhundertelang, auf ein und dem-selben Hofe sitzend, mitunter sehr stattliche Stammbäume aufweisenkönnte. Solche Stammbäume sind späterhin tatsächlich erstellt worden 95.

Naaffs Schilderung wurde erfreulicherweise durch eine gediegene Farb-tafel mit ,, Deutsche Trachten: Egerländer, Egerländerin, Braunauerin" vonRudolf von Ottenfeld und mehreren Zeichnungen von Ottenfeld, von FranzRumpler, von Hugo Charlemont und Friedrich Wahle unterstützt. Damithatte man jeweils einen guten Griff getan, denn Franz Rumpler( 1848-1922) stammte selbst aus der Gegend, nämlich aus Tachau, und wenn erauch später als Wiener Akademieprofessor in Klosterneuburg wohnte, sokannte er doch das Egerland gut, und hatte viel Trachtenbilder geschaffen,einen bemerkenswerten Wallfahrtszyklus, Leute der Landschaft im Dorf-wirtshaus, und war somit zu den Menschendarstellungen ungemein ge-eignet 36. Er zog seinen Freund, den als Illustrator mindestens ebenso be-rühmten Hugo Charlemont, heran, dessen Zeichnungen viele Bände des,, Kronprinzenwerkes" künstlerisch lebendig machen. Ein freundlicher Zu-fall hat es übrigens gefügt, daß sich unter den vielen Zeichnungen vonAnton Bayer, die das Museum vor einigen Jahren erwerben konnte, auch

33 Die österreichisch- ungarische Monarchie in Wort undBild. Auf Anregung und unter Mitwirkung Seiner k. u. k. Hoheit des durchlauch-tigsten Kronprinzen Erzherzog Rudolf. Bd. I. Wien 1886.

34 Anton August Naaff, Volksleben der Deutschen in West-, Nord- undOstböhmen( in: Österreichisch- Ungarische Monarchie in Wort und Bild, Bd. Böh-men, I. Abt., Wien 1894, S. 496 ff.).

35 Deutsche Stammtafeln. Bd. 2. Ahnentafeln bekannter Eger-länder. Hg. von der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte.Leipzig 1927.

36 Alois John, Franz Rumpler, akademischer Maler, Professor an derAkademie der bildenden Künste in Wien( Unser Egerland, Bd. XXVIII, 1924,S. 2 ff.).

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