rung über sein Verhältnis zu dieser eigenartigen Grenzlandschaft abge-geben hatte. Die nächste Generation lebte in dem zu Österreich gehörendenBöhmen, schickte seine Söhne nach Prag und immer mehr auch nach Wienan die Universitäten, und dort erlebte die heranwachsende Jugend dieNationalitätenkämpfe der Zeit mit. Die allmähliche Einigung des Reiches,des zweiten Kaiserreiches in den Jahren von 1864 bis 1870, wirkte geradeauf die Deutschen in Böhmen stark zurück.
In der Zeit nach 1866, als Österreich allen Voraussagungen zum Trotzeinen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung nahm, griff man auchnationalpolitisch zu guten Vorbildern. Kaiserin Elisabeth hatte in ihrerJugend das Werden der großen Staatsbeschreibung Bayerns, der„ Bavaria"mit Männern wie Riehl, Dahn und Fentsch miterlebt 32. Zwanzig Jahrespäter befürwortete ihr Sohn Erzherzog Rudolf den Plan, ein solches Werkfür Österreich- Ungarn zu schaffen. Es entstand daraus jenes ,, Kronprinzen-
Fig. 1. Egerländer Bauernhof im Dorfe Schlada bei Eger( aus: Österr. Ung. Monarchie, Bd. Böhmen I, 1894, Abb. auf S. 527)Zeichnung von Hugo Charlemont
32 Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern, bearbeitetvon einem Kreise bayerischer Gelehrter. I. Bd. München 1860.
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