der linken Hand dabei mit einem Fingerhut aus Bambusrohr ge-schützt. Das Obst wurde mit naturgewachsenen Astgabeln gepflückt,Schaf-, Ziegenwolle und Flachs noch selbst zum Eigenbedarf mit
einfachen kurzen Spinnrocken und Spindeln versponnen 4).
Religion und Frömmigkeit waren in der bäuerlichen Welt wesent-liche Bestandteile des täglichen Lebens. Die vielen Schutzpa-trone, Patronatsfeste und Wallfahrten haben in der einfachenKunst des Volkes einen starken Niederschlag gefunden. Die aus-gestellten Hinterglasbilder, Holzschnittbilderbögen, Schnitzer-eien und Wallfahrtsdevotionalien sind ausdrucksvolle Zeugnisse.Daneben haben sicherlich auch das Leben auf dem Lande und dasLeben der Kleinstadtbevölkerung die künstlerische Gestaltungbeeinflußt und geprägt. Die vielen bildlichen Darstellungenvon Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag Volkstypen und Volkstrachten werden dem Besucher einenEindruck einer zum größten Teil schon versunkenen Volkskunstvermitteln.
Gudrun Hempel
ANMERKUNGEN
1) Georg Buschan( Hg.): Illustrierte Völkerkunde in zwei Bän-den. Band I, Zweiter Teil, Stuttgart 1926. Unter Mitwirkungvon Michael und Arthur Haberlandt.
2) Vergleiche: Paolo Toschi: Die Volkskunst in Südeuropa. Italien,Jugoslawien, Griechenland. In: Europas Volkskunst und dieeuropäisch beeinflußte Volkskunst Amerikas. Hg. von HansJürgen Hansen. Oldenburg/ Hamburg 1967. S. 159-171.
3) Emmerich Prettenhofer: Beiträge zur Sardischen Volkskunde.In: Wiener Zeitschrift für Volkskunde. XXXI. Jahrgang. Wien1926. S. 93-104.
4) Ebd.
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