In der Sammlungsgeschichte des Österreichischen Museums für Volks-kunde taucht schon früh der Begriff des" Vergleiches" auf. HatteMichael Haberlandt als Begründer des Museums( 1895) die Sammel-tätigkeit noch in der Zeit der Monarchie zunächst auf eine Volks-kunde der Länder der cisleithanischen Reichshälfte des österrei-chisch- ungarischen Vielvölkerstaates ausgerichtet, führten ihnschon wenige Jahre später Erwerbungen aus Gebieten außerhalb derMonarchie in Anlehnung an die völkerkundliche Tradition, auswelcher Michael Haberlandt als seinerzeitiger Beamter der Ethno-graphischen Abteilung des Wiener Naturhistorischen Museums undals akademischer Lehrer des Faches" Ethnographie" hervorgegangenwar, in diese neue Richtung. Seine ersten Schüler wie Rudolf Tre-bitsch und Eugenie Goldstern wurden unter diesem Gesichtspunktzu bedeutenden Sammlern. Ihre geistige und materielle Leistungs-fähigkeit führten alsbald zur Erweiterung der" Vergleichsbestän-de" des Museums, worunter die Kollektionen aus den Gebieten dersprachlichen Restvölker Europas, der Insel- und Festlandkeltenwie der Basken in Südfrankreich und Nordspanien, eine Vorrang-stellung einnehmen. Beispielsammlungen von Gütern der Volkskul-tur aus Gebieten betonter Altertümlichkeit und kulturellen Be-harrens( Westalpen, Balkan, Apenninen- Halbinsel) kamen alsbaldhinzu, wie Gudrun Hempel in der nachfolgenden Sammelgeschichtefür Italien aufzuzeigen vermag.
Die planmäßige Dezentralisierung des Österreichischen Museumsfür Volkskunde hat auf der einen Seite mit der Verlagerung derSammlungen und der Ausstellungstätigkeit auf dem Gebiet der Volks-kunde der Länder Ost- und Südosteuropas in das EthnographischeMuseum Schloß Kittsee dazu geführt, daß diese Expositur dieRolle eines" Fensters nach dem Osten" zuerkannt erhalten hatund diese auch tatkräftig ausfüllt. Für die westeuropäischenKollektionen des Österreichischen Museums für Volkskunde gibt
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