110. MUSTERTAFEL. Tafel mit verschiedenen Geflechttypen.
h= 43 cm
b= 33 cm
Leihgabe TechnischesMuseum für Industrieund Gewerbe
Diese Geflechte auf Ketten, Uhrketten, Armbänder, Ringe usw.wurden vom bürgerlichen Perückenmacher Ludwig Liebler inWien angefertigt und in den Jahren zwischen 1820 bis 1830von ihm an das National- Fabriksprodukten- Kabinett am k.k.polytechnischen Institut geliefert. Dieses sollte- ähnlichunseren heutigen Messen und Musterschauen- eine ausgewählteÜbersicht des inländischen Kunstfleißes geben, die Qualitätder heimischen Industrie steigern und den Absatz fördern.In gleicher Vollkommenheit konnten derartige Geflechte, wiesie Ludwig Liebler in Wien herstellte, zuvor nur aus Frank-reich erhalten werden.
J. TECHNOLOGIE DER HAARARBEITEN
1. Anleitung zur Herstellung von Haarblumen
" Die Haarblumentechnik ist eine Kunst" schreibt W. Brauns-dorf in einem kurzen Artikel, der in Wien im Jahre 1892 inHartleben's Chemisch- technischer Bibliothek publiziert wor-den ist und die einzige uns zur Verfügung stehende Quelledarstellt:
a) Vorbehandlung der Haare:
" Das Material für Haarblumen sind Menschenhaare, die man sorg-fältig auskämmt, reinigt, mit Mehl abreibt und dann mehrmalsmit Sodawasser wäscht, um sie zu entfetten und locker zumachen. Damit sie noch eine größere Elasticität und einen
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