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Sammelleidenschaften
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Nicht selten gelangen Institutionen in den Genuß pri-vater Sammlerinteressen, wie die Kollektion von 58 Glas-stürzen mit Wachsfiguren zeigt. Sie war bei Antiquitäten-händlern und auf Flohmärkten zusammengetragen worden.Die Sammlerin wollte sich jedoch von dieser Sammlung wie-der trennen und bot sie dem Museum zum Selbstkostenpreisan. Der Grund, warum sich das Museum schließlich dafür ent-schied, ist in dem Umstand gelegen, daß mit zwei Ausnah-men- sämtliche Glasstürze von einer Firma stammen, undzwar von der 1857 gegründeten„ k.k. privileg. Wachs- Wa-ren- Fabrik Gebrüder Weinkamer" in Salzburg. Diese Firmaerzeugte eine reiches standardisiertes Sortiment an Wachsfi-guren, das an Wallfahrtsorten und durch Wanderhändler inder gesamten Monarchie verkauft wurde.
Zu den Weinkamer'schen Glasstürzen steht die An-sammlung von Schildkröten in einem starken ästhetischenKontrast. Sie zeigen aber, welch unerfindliche und kurioseWege Sammelleidenschaft manchmal gehen kann. Die Schild-kröten stammen nämlich aus Caracas, Venezuela, wo sie voneiner österreichischen Staatsbürgerin, gesammelt wurden.Nach ihrem Tod wandte sich die dortige Botschaft an dasAußenamt in Wien, das die Schildkröten an das Österreichi-sche Museum für Volkskunde weiterleitete.
fg