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Sach-Geschichten : aus den Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde ; das jüngste Vierteljahrhundert 1969 - 1994 ; [Sonderausstellung, 26. Oktober 1994 bis 26. Februar 1995 ; 100 Jahre Verein und Museum Österreichisches Museum für Volkskunde 1894/95 - 1994/95]
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Sach- Geschichten

Über ein Vierteljahrhundert Sammlungsgeschichte

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Hundert Jahre Österreichisches Museum für Volkskun-de: passender Anlaß für eine Bilanz, für ein kurzes Innehal-ten, um Rechenschaft zu geben und um über das eigene Tunnachzudenken. Ein solches Besinnen hat natürlich den ge-samten Zeitraum miteinzuschließen, denn die Arbeit im Mu-seum versteht sich als ein Kontinuum, als das Weiterführeneines übernommenen Auftrages. Bilanziert kann freilich nurdas Eigenverantwortete werden- das jüngste Vierteljahrhun-dert der Museumsarbeit.

Sach- Geschichten" bedeuten daher nicht nur die Ge-schichte der Objekte, sondern sie schließen die Geschichteihrer Erwerbung( Sammlung), ihrer Dokumentation, ihrerBewahrung( Konservierung und Restaurierung), ihrer wissen-schaftlichen Bewertung und ihrer Vermittlung( Präsentati-on) mit ein. Sach- Geschichten" unterliegen dem museo-logischen Imperativ, bieten Einblick in den musealen Alltag.

Museale Tätigkeit erfolgt zwar weitgehend anonym,doch wird sie von Persönlichkeiten getragen und geprägt.Auch davon sollen Sach- Geschichten" berichten.

Sammlungsstatistik

Leopold Schmidt weist in seinem kurzen Überblick überdie Sammlungsgeschichte des Österreichischen Museums fürVolkskunde auf die gewaltige Sammelleistung der GründerMichael Haberlandt und Wilhelm Hein hin. 1895/96, also in-nerhalb der beiden ersten Jahre, hatten sie 6.053 Objektezusammengebracht, bis zum Ende des Jahres 1903, in wel-chem Wilhelm Hein so frühzeitig verstarb, stieg die Anzahlder Gegenstände auf 13.658 und nach 25 Jahren umfaß-te die Sammlung bereits 38.154 Inventarnummern. Dieseserste Vierteljahrhundert, das ganz im Zeichen von MichaelHaberlandt( 1860-1940) stand, endete mit dem Untergangder Monarchie. Für das noch junge Museum bedeutete dieserUmstand eine folgenschwere Zäsur, ging ihm doch mit demGroßteil seines Sammlungsgebietes auch seine Identität ver-loren.

Das zweite Vierteljahrhundert, das mit einer Verände-rung des großformatigen Erscheinungsbildes der Zeitschriftfür österreichische Volkskunde" zu einer kleinformatigen,, Wiener Zeitschrift für Volkskunde" zusammenfiel, wird vom