Sach- Geschichten
Über ein Vierteljahrhundert Sammlungsgeschichte
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Hundert Jahre Österreichisches Museum für Volkskun-de: passender Anlaß für eine Bilanz, für ein kurzes Innehal-ten, um Rechenschaft zu geben und um über das eigene Tunnachzudenken. Ein solches Besinnen hat natürlich den ge-samten Zeitraum miteinzuschließen, denn die Arbeit im Mu-seum versteht sich als ein Kontinuum, als das Weiterführeneines übernommenen Auftrages. Bilanziert kann freilich nurdas Eigenverantwortete werden- das jüngste Vierteljahrhun-dert der Museumsarbeit.
„ Sach- Geschichten" bedeuten daher nicht nur die Ge-schichte der Objekte, sondern sie schließen die Geschichteihrer Erwerbung( Sammlung), ihrer Dokumentation, ihrerBewahrung( Konservierung und Restaurierung), ihrer wissen-schaftlichen Bewertung und ihrer Vermittlung( Präsentati-on) mit ein.„ Sach- Geschichten" unterliegen dem museo-logischen Imperativ, bieten Einblick in den musealen Alltag.
Museale Tätigkeit erfolgt zwar weitgehend anonym,doch wird sie von Persönlichkeiten getragen und geprägt.Auch davon sollen„ Sach- Geschichten" berichten.
Sammlungsstatistik
Leopold Schmidt weist in seinem kurzen Überblick überdie Sammlungsgeschichte des Österreichischen Museums fürVolkskunde auf die gewaltige Sammelleistung der GründerMichael Haberlandt und Wilhelm Hein hin. 1895/96, also in-nerhalb der beiden ersten Jahre, hatten sie 6.053 Objektezusammengebracht, bis zum Ende des Jahres 1903, in wel-chem Wilhelm Hein so frühzeitig verstarb, stieg die Anzahlder Gegenstände auf 13.658 und nach 25 Jahren umfaß-te die Sammlung bereits 38.154 Inventarnummern. Dieseserste Vierteljahrhundert, das ganz im Zeichen von MichaelHaberlandt( 1860-1940) stand, endete mit dem Untergangder Monarchie. Für das noch junge Museum bedeutete dieserUmstand eine folgenschwere Zäsur, ging ihm doch mit demGroßteil seines Sammlungsgebietes auch seine Identität ver-loren.
Das zweite Vierteljahrhundert, das mit einer Verände-rung des großformatigen Erscheinungsbildes der„ Zeitschriftfür österreichische Volkskunde" zu einer kleinformatigen,, Wiener Zeitschrift für Volkskunde" zusammenfiel, wird vom