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Notküche
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Gewöhnlich sind in Museen und Sammlungen Zeitendes Wohlstands besser dokumentiert als Zeiten, in denen dasÜberleben vor dem Repräsentieren und der Selbstverge-wisserung stand. Dies liegt nicht nur in der Tatsache begrün-det, daß Armut weniger zu hinterlassen hat als Reichtum,sondern hängt auch damit zusammen, daß die ÖffentlichkeitSchattenseiten für weniger erinnerns- und erhaltenswert hältals die positiv besetzten Momente persönlicher und kollekti-ver Geschichte.
Aus den Jahren im und nach dem Zweiten Weltkriegkonnte das Museum für Volkskunde in den letzten Jahrenzwei beispielhafte Stücke erwerben, welche die Schwierig-keiten alltäglicher Lebensbewältigug in dieser Zeit des Not-behelfs dokumentieren. Zum einen handelt es sich um einentechnisch ausgeklügelten Sparherd: Er wurde von einem Guẞ-techniker entwickelt und konnte als Aufsatz zu einem kon-ventionellen Sparherd helfen, die rationierten Ressourcenoptimal zu nutzen. Kleinste Holzstücke dienten als Brenn-stoff. Zum anderen handelt es sich um eine einfache Elektro-kochplatte: Sie kam vor allem in ausgebombten Haushaltenzum Einsatz und ist in der Erinnerung mit nur stundenweiseins Haus gelieferter elektrischer Energie und den ewigen Hül-senfrüchten verbunden, mit denen nach 1945 vor allem inder sowjetischen Besatzungszone das Überleben der Bevöl-kerung mehr schlecht als recht gesichert werden konnte.
Objekte, die Alltagskultur der Kriegs- und Nachkriegs-zeit dokumentieren, könnten dringende Lücken in den Samm-lungen des Museums für Volkskunde schließen.
bt