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Museumsgeschichte
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Museen sind Sammelbecken der Geschichte, Aufbewah-rungsorte für ihre materiellen Zeugnisse. Geschichte läßt sichin Museen zwar nicht reproduzieren oder darstellen, aberMuseen bringen unter bestimmten Bedingungen wieder selbstGeschichte hervor.
Ab der Mitte des vorigen Jahrhunderts entstand einneuer Museumstyp, das Kunstgewerbemuseum, dessen Ob-jekte Kunst, Gewerbe und Industrie als Anregung dienen soll-ten. Diese Idee führten die zu Ende des 19. Jahrhunderts ge-gründeten Volkskundemuseen fort, indem sie Zeugnisse des,, Hausgewerbes" auch als Mustervorlagen zur Verbesserungdes Geschmacks sammelten und präsentierten.
Eine aus feinem Leinengarn gestrickte achteckige Tisch-decke ist ein Beispiel für diese gewünschte Vorbildfunktion:Die 1992 gewidmete Handarbeit wurde laut Auskunft derÜberbringerin von deren Großmutter Mitte der zwanzigerJahre nach einer Vorlage aus dem Berliner Handarbeits-museum" gefertigt( gemeint ist das„ Museum für DeutscheVolkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes" heuteMuseum für Volkskunde- Staatliche Museen zu BerlinPreußischer Kulturbesitz").
Der Geist des Vorbilds und der Pflege vermeintlich al-ter und kontinuierlicher Traditionen stand auch hinter einerin den dreißiger Jahren am Österreichischen Museum fürVolkskunde eingerichteten„ Trachtenberatungsstelle". EineSchülerin Arthur Haberlandts führte in den Jahren 1935 bis1939 Trachtenaufnahmen in Niederösterreich und im Bur-genland durch. Das gezeigte Konvolut von 44 Kartonblätternmit Beschreibungen und Skizzen von Schnitten und Muster-zeichnungen stammen- wie auch das Aquarell- aus diesenAufzeichnungen. Sie kehrten erst 1989 gewissermaßen alsRücklauf an ihren geistigen Ausgangspunkt zurück. ms