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Frauensachen
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„ Zu den hauptsächlichsten Bildungsmitteln für dasweibliche Geschlecht gehört das Erlernen jener Fertigkeit, diewir mit dem Namen Handarbeiten bezeichnen..."( Frankfurt1890)
Das Anfertigen und Verzieren von Wäsche war bis zurallgemeinen Verbreitung der Konfektionswaren eine derHauptaufgaben von Mädchen und Frauen. Bereits kleineMädchen wurden im Nähfach unterwiesen, und auf Stick-mustertüchern erlernten sie die nötigen Sticharten. Auf spe-ziellen ABC- Tüchern wurden die für die Kennzeichnung undDatierung nötigen Buchstaben und Zahlen geübt. Danebengehörten Stricken und Häkeln zu weiteren unerläßlichen Fer-tigkeiten, welche man in langen Musterbändern festhielt.
Um der Tugend der Sparsamkeit zu genügen, wurdensowohl Arbeiter- als auch Bürgerfrauen zur Führung vonWirtschaftsbüchern angehalten. Die Rationalisierung derAusgaben durch protokollarische Buchführung war der Be-ginn der Übertragung von Denk- und Organisationsstruktu-ren aus der außerhäuslichen Arbeitswelt in den Haushalt. Ver-lage lieferten solche vorgedruckten Haushaltsbücher, welcheneben Sinnsprüchen auch allerlei nützliche Ratschläge ent-hielten. Der Einband wurde selbstverständlich durch Hand-stickerei verziert.
Solche in mühsamer Kleinarbeit von Großmüttern undTanten hergestellten Handarbeiten finden sich noch heute invielen Haushalten. Längst funktionslos geworden, aber zumWegwerfen zu schade, werden sie den Museen zu Hundertenangeboten.
ms